Der Dokumentarfilm zeigt uns das erste Lebensjahr des jungen Rentieres Ailo, von der Geburt über die Wanderung zu den Sommerweiden bis zur Rückkehr auf die Hochebenen in den Bergen Lapplands.
Und damit zeigt sie uns auch die Schönheit Lapplands und die vielfältige Tierwelt, denn wir bekommen neben Rentieren auch ausflippende Hermeline, lauernde Vielfraße, süße Eichhörnchen, kloppende Hasen, verkloppte Iltisse, beobachtende Adler, jagende Wölfe, verliebte Füchse und schlägernde Bären zu sehen.
Dass der im deutschen von Anke Engelke gefühlvoll eingesprochene Kommentar den Rentieren eine kleine Familiengeschichte andichtet, ist der Dramaturgie durchaus förderlich. Damit wird es aber keineswegs so übertrieben, wie in manch anderen Filmen. Es sind eher kleine, lustige Kommentare, wie wir sie auch fast alle schon mal unseren Haustieren in die kleinen Schnäuzchen legen. Finde ich absolut nicht schlimm, im Gegenteil, zusammen mit den Bildern ist das höchst unterhaltsam, humorvoll und bietet jede Menge Kurzweil.
Davon abgesehen gibt es auch durchaus die eine oder andere spannende Information zu entdecken. So wusste ich z.B., dass Vielfraße gefährlich sind, dass sie aber höchst geduldig auf der Lauer liegen, Wege vorausahnen und so gern im Schnee herumtollen, dass sie die Brautwerbung vergessen, war mir neu.
Die Kamera leistet derweil herausragende Arbeit. In erlesenen Breitbildern werden Natur und Tiere eingefangen, teilweise in faszinierenden Nahaufnahmen. Und die Tiere, allen voran am Ende der Fuchs, der deutlich in wahrer Liebe entbrennt, sind zuckersüß.
Natürlich werden auch Tiere gerissen oder im Eis erfrorene Hirsche gezeigt, aber das ist alles so harmlos und familiengerecht aufbereitet, dass es auch für kleine Zuschauende perfekt geeignet ist.
Eine ganz wunderbare, wenn auch nicht allzu wissenschaftliche Doku, die mehr auf Unterhaltung abzielt. Das erledigt sie aber perfekt. Große Empfehlung als Feel-Good-Movie.