Review

Zu der Reihe von Weihnachtsfilmen auch außerhalb dieser speziellen Jahreszeit und auch in Genres wie Thriller oder Horror wildernder Regisseure wie Tibor Takács, Stephen R. Monroe, Paul Ziller, Douglas Jackson, Mel Damski oder Fred Olen Ray (wobei der letztere ja sowieso alles dreht, was ihm vor das Visier kommt und alles schießt, was ihm vor die Flinte läuft) kommt diesjährig mit Jake Helgren noch ein vergleichsweise junger Filmemacher hinzu, der auch aktiv für seine eigenen Regiearbeiten wie auch für die von Kollegen und dies auffällig im Titel und im Gestus schreibt. So gehören zu seinem Œuvre eben auch Werke wie Nanny's Nightmare, Kill the Babysitter, Nightmare Nurse, Neighbourhood Watch usw., was ihn allerdings nicht von auch leichteren Beiträgen abhält und in Sachen Romanze und der Anbahnung der Geschlechter, also von Mann und Frau auf der Suche nach der Liebe auch von den guten Dingen und v.a. der positiven Auflösung dieser erzählen lässt.

Dabei hat er im folgenden für Lifetime Television inszenierten Projekt mit Nicky Whelan als die Hauptdarstellerin und der nicht unbekannten, wenn auch mittlerweile nicht mehr (dem jüngeren Publikum) so geläufigen Daphne Zuniga auch zwei Leute für die Promotion anwesend und wird mit dem titelgebenden Arrangement, das sich auf das Züchten von Pflanzen und Blumen und das Schaffen und Bilden von anderweitig noch zusätzlich mit Dekorativen verzierten Buketts bezieht, auch mal ein anderes Thema als das der sonst üblichen Musik als Nebenplot angesprochen. Ansonsten bleibt natürlich auch beim Konkurrenzsender von Hallmark Channel und dem direkten Mitbewerber um die Gunst der Stunde alles gleich, beim Alten und beim Liebgewonnenen, will man ja keinen verschrecken, sondern nur die Mär wiederholen vom: Was sich neckt, das liebt sich:

Die junge Poppy Benson [ Nicky Whelan ] hat den Blumenladen ihrer verstorbenen Oma übernommen, den sie mithilfe von Natalie [ Julie McNiven ] zwar auch aufopferungsvoll führt, der aber nicht so richtig Geld abwirft,weil jedermann zum Großlieferanten von Blair Covington [ Daphne Zuniga ] geht. Dabei sieht Poppy ihre letzte Chance im Gewinn des diesjährigen Floral Show Wettbewerbes, bei dem auch ausgerechnet Blairs bisheriger Assistant Garrett Hurley [ Miles Fisher, Tom Cruise für Kabelsender ] erstmalig mitmachen will, natürlich auch gewinnen will, und seinerseits eine Chance auf Partnerschaft mit seiner Chefin sieht. Dass er während des Wettbewerbes Gefühle für seibe direkte Mitkonkurrentin entwickelt und vice versa, macht die Angelegenheit nicht einfacher.

Dabei ist der Film von Auswärts, hier in dem Fall von The Ninth House produziert, was man auch sieht bzw. wo man diverse Sachen nicht sieht. Zum Beispiel gibt es hier (nicht nur aufgrund Drehort Los Angeles) keinen Schnee, das Wetter ist eher warm und sonnig und entsprechend luftig sind auch die Leute gekleidet und entsprechend anders ist auch das Gemüt. [Am Ende will man einem weismachen, dass es bei gefühlten 16 Grad Celsius und insgesamt bestenfalls spätsommerlichen Gefilden dann doch 'schneit'.]

Auch von der Geschichte her weicht man ab, zwar trifft sich das einzig mögliche Pärchen auch hier bereits in der ersten Minute, ja der ersten Begegnung selber gar, und wird von dort aus der Weg erst einzeln und dann zusammen weiter verfolgt, aber kehrt man hier nirgends von der Metropole irgendwo in die Pampa in die Kleinstadt ein oder zurück, und wird so auch nicht nach der Konservierung oder dem Nostalgischen von Früher, sondern einfach nach einer Zukunft und das am besten einer monetär günstigen oder zumindest finanziell etwas sicheren gestrebt.

Dabei startet die Handlung vom unteren Ende aus her, zumindest aus der Sicht der Poppy, deren Geschäft nicht läuft und außer Rechnungen und Mahnungen von außen nichts abwirft, und wo das Lieferauto (ein Van namens Edna) permanent streikt, nur noch von Kaugummi und Spucke zusammengehalten ist und selbst die Klimaanlage ihren Geist aufgibt; die Schulden also hoch und die Möglichkeiten und die Sprünge nach oben gering sind. Grund dafür ist die kommerzielle Konkurrenz, das Großraumbüro mit seinen Massen an Angestellten, wo dort allerdings auch jemand unzufrieden ist und deswegen (emotional) zum persönlichen Kleinmädchenladen stößt. Soweit, so gut, darstellerisch recht naiv und/oder auch exaltiert dargeboten, immer und dies auch bei Nebenfiguren immer irgendwie drüber und neben der Spur und vor allem auch in der Sprechweise selbst bei beiden Hauptfiguren irgendwie seltsam dünn übertragen und wie im ersten (schlechten Übungs)Take absolviert.

Die zweite Hälfte dreht ein wenig auf, zwar werden die Zusammenstellungen der titelgebenden Arrangements zwar mit zunehmendem Wettbewerb und Ausmaß deutlich hässlicher, dreht er als Möchtegern-Cruise wie in den frühen Neunzigern so richtig auf und hat sich wahrscheinlich per Dauermarathon Video auch so alle der Manierismen des Hollywoodstars abgeschaut und bis zur Perfektion und 1:1 Performance inhaliert; das die Whelan wie eine noch blassere und naivere Cameron Diaz wirkt, kommt diesem copy & paste Auftritt noch hilfreich hinzu. Unfreiwillig schmeckt auch das Ende etwas böse, aber scheinbar wird dies weder von den Machern noch den Figuren so richtig registriert.

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