Ausnahmsweise mit einem (minimalen) Anstrich von Fantasy und damit dem Einfluss des 'Übernatürlichen' umgebenes Weihnachtsmärchen aus dem Hause Hallmark, dass dem üblichen Sujet von weißen Feiertagen in Familie und dem Kreise der Lieben und des Lieben natürlich nur die gleichen Zutaten beifügen und das Wunder des Heiligen Festes noch einmal zusätzlich etwas Farbe und Würzen durch die Kraft des Guten geben mag. Das wichtigste Ereignis des Jahres, so kurz vor Ablauf 2018 und kurz vor dem Neuen Jahr (und dem Zweitwichtigsten, dem Silvester, welches allerdings nicht derart konsumfreudig ist) gesetzt, wird auch hier entsprechend der Tradition vor allem die Heimeligkeit beschworen, das Zuhause im trauten Kreise, dass es auf jeden Fall zu bewahren und als Schutz und Trutz vor dem da Draußen gilt:
Die Dekorateurin Lisa [ Jill Wagner in hautengen Jeans ] reist auf Anraten ihres Geschäftspartners Oliver [ Andrew Francis ] nach einem erfolgreich erledigten Auftrag über die Feiertage zurück in ihre Heimatstadt Evergreen, um dort das erste Mal seit ihrer Jugend erneut Weihnachten so zu feiern, wie es sich gehört. Kurz vor dem Örtchen trifft sie auf den Handwerker Kevin [ Mark Deklin ], der mit seinem von Allie Shaw [ Ashley Williams ] für Besorgungen ausgeliehenen Pick-up eine Panne hat. Wie es der Zufall so will ist Kevin auch der beste (und einzige) Mann in Evergreen mit ausreichend Erfahrung in Sachen Instandsetzung, soll dort doch ein verwaistes Geschäft für den Verkauf aufpoliert werden und bietet sich die zeithabende Lisa für die Feinarbeiten und vor allem das Äußere an. Das Geschäft selber ist ihr noch von früher aus der Kindheit ans Herz gewachsen; Anziehungspunkt der Kleinen und Großen nicht nur zur Weihnachtszeit war gerade auch ein alter Briefkasten, auf dem als Aufschrift "Letters to Santa" hing.
Briefe an den Weihnachtsmann also, geschrieben hier von dem Autoren Zac Hug, der dies Jahr in der Hinsicht sowieso Überstunden geleistet hat und auch für die Drehbüchern und die Erfüllung der Phantasien von Road to Christmas und somit buchstäblich Jingle Around the Clock zuständig ist. Hug ist Erfüllungsgehilfe speziell für den Autoren Rick Garman und dessen Idee (Garman hat den Vorgänger Christmas in Evergreen, 2017 geschrieben, dessen Hauptfigur der Allie Shaw hier ab und an als Cameo vertreten ist) und allgemein im Auftrag der produzierenden Hallmark Studios, die seit Ende Oktober schon den Vertrieb vom sogenannten Countdown to Christmas gestartet haben und seitdem alle naselang für die wartenden Zuschauer das visuelle Bonbon für den großen Geschenkmarathon in den Programmplan des Fernsehsenders gelegt.
Visuell startet man auch hier perfekt auf die Jahreszeit und deren Bedürfnisse abgestimmt, mit viel und durchgängig Schnee nämlich, wobei das weiße Kleid der Landschaft ebenso gut wie die hautenge Jeans samt dem übrigens enganliegenden Outfit der Hauptdarstellerin steht. Selbst der Anlass der Reise zurück in die Kindheit und die unbeschwerte Zeit ist ein schöner, wird hier mal niemand betrauert oder zu Grabe getragen, sondern einfach nur die Heimat nach jahrelanger Abwesenheit besucht; auch wenn die Angst vorhanden ist, dass nichts mehr so wie früher und mittlerweile alles nur noch Erinnerungen getragen von der Nostalgiewelle ist. An dem ist es nicht.
Auf der Fahrt dahin, dessen Beschluss mit gutem Zureden des Geschäftspartners dann doch schnell feststeht, wird zwar auch hier nur per Hintergrundprojektion durch die Gegend gerauscht, aber auf dem Wege dahin dann doch schon – wie es der Zufall so will und wie der Cupido so treffsicher schießt – der zweite Hauptdarsteller getroffen und der erste und dann schnell der zweite und gar dritte entscheidenden Schritt der Bekanntschaft gelegt. Wieder überquert man übrigens eine kleine rote Brücke, die mitten im Schneetreiben über ein Bächlein führt, anders als bei Christmas Everlasting steht nur aber ein Hinweisschild davor, dass den dahinterliegenden Ort als Evergreen (="the dictionary definition of charming") ausweist und geradewegs in ein träumerisches Abenteuer führt.
Das Städtchen ist auch wirklich niedlich, und die Bewohner alle mit offenen Armen ausgestattet und ob der Ankunft eines neues Gesichtes überaus beglückt. Nur der eine kleine Laden steht halt nicht mehr, bzw. steht er noch, ist aber seit einem Jahr geschlossen und gibt es die damalige Besitzerin des Geschäftes und damit auch die Besitzerin des Briefkastens an den Weihnachtsmann nicht mehr. Der Briefkasten selber und seine Nachrichten sind noch wichtig für die Geschichte, welche im Übrigen eingangs auch durch einen Erzähler (dem Weihnachtsmann höchstpersönlich?) vorgestellt und dann regelmäßig durch das Umblättern eines Kinderbuches mit vielerlei Bildern als Kapitelunterteilung erzählt wird. Die Zutaten der Erzählung sind dabei dieselben wie immer, werden auch hier die Plätzchen gebacken, und der oder die Weihnachtstannen gekauft und dekoriert usw. usf., mit allem was dazu gehört; die Einbindung in die Handlung und die hier vermehrter Interaktionen mit anderen Leuten ist allerdings auffällig gut geraten und auf auch durch die sympathischen Hauptdarsteller verstärkt engagiert.