Das Holmesburg Gefängnis in Philadelphia diente bereits einige Male als Filmkulisse. Es wurde 1896 erbaut und durch biochemische Experimente an Insassen bekannt, bis es 1995 geschlossen wurde. Gute Voraussetzung also für eine gruselig erscheinende Kulisse, doch Autor und Regisseur Brian Cavallaro wusste diesen Umstand augenscheinlich nicht sonderlich zu schätzen.
Auf einer Party kommt Hobbyfilmer Hank die Idee, mitsamt seinen Freunden um Sean und Rachel das nahe gelegene Holmesburg Gefängnis zu besuchen, um hier mit einigen Kameras auf Geisterjagd zu gehen. Doch als jemand spurlos verschwindet, verdächtigt man sich gegenseitig…
Die Einführung auf der Party gerät eher nervtötend, denn informativ oder unterhaltsam. Dauernd quatschen mehrere gleichzeitig, alberne Trinkspiele und zotige Anspielungen herrschen vor und lassen die Figuren nahezu komplett unsympathisch erscheinen.
Das wird mit Eintritt in das vermeintlich verwaiste Gefängnis kaum besser.
Cavallaro begeht den Kardinalfehler der viel zu schwachen Ausleuchtung und das auch noch in Kombination mit einem Found Footage Mix, bestehend aus hektischer Handkamera und der gängigen. Trotz Einsatzes von Infrarot sind die Gesichter zuweilen kaum voneinander zu unterscheiden und wahrscheinlich bietet die miese Optik einen Vorwand, etwaige Gräueltaten außen vor zu lassen.
Denn auch diesbezüglich wird dem Betrachter nicht viel geboten. Die meisten Ableben ereignen sich im Off, teilweise sind nur blutverschmierte Leichen zu sehen, während das Ratespiel um die Bedrohung immerhin einigermaßen bei Laune hält. Diese ist bis zu einem bestimmten Zeitpunkt lediglich zu hören und zeichnet sich durch schwere Atmung aus. Entsprechend kommt nahezu alles zwischen Serienkiller, Zombie, Alien oder Asthma-Geist infrage.
Nur gestaltet sich das eben nicht allzu abwechslungsreich. Nachdem einige Tore verschlossen sind, hasten die Grüppchen durch diverse Gänge, schauen vielleicht mal vorsichtig in eine Zelle, bis ein weiterer Kandidat verschwindet. Minimal spannender gerät die Chose, als die Bedrohung Gestalt annimmt und ein kleiner Twist die Angelegenheit kurz und schmerzlos beendet.
Am ehesten ist der Streifen einem Slasher gleichzusetzen, der mit einigen Mystery-Anleihen jongliert. Spannung hält sich dabei in Grenzen und auch atmosphärisch sind trotz des Originalschauplatzes kaum Stärken auszumachen. Allenfalls der zurückhaltende Score und die nicht gänzlich schlechten Mimen kaschieren ein wenig, was die einfältigen Dialoge mitsamt der schlechten Synchro jedoch relativieren.
Kurzum: Chance vertan.
3,5 von 10