Dass mit der britischen Regisseurin Vicky Jewson eine der wenigen Frauen im Actionbereich unterwegs ist, fällt durchaus positiv auf, nur bleibt sie ihrer Linie treu, indem sie wie beim Vorgänger „Born of War“ nicht mehr als Mittelmäßigkeit abliefert.
Personenschützerin Sam (Noomi Rapace) ist eigentlich eher in Krisengebieten unterwegs. Nun erhält sie den Auftrag, sich um die pubertierende, milliardenschwere Erbin Zoe (Sophie Nélisse) zu kümmern, die sich in einer Art Festung nahe Casablancas befindet. Als Eindringlinge die Behausung stürmen, gelingt den beiden Frauen die Flucht, doch damit ist die Gefahr noch lange nicht ausgestanden…
Als Inspiration für den Stoff diente die Personenschützerin Jacquie Davis, die schon einige VIPs und Royals unter ihre Fittiche nahm und Jewson beratend zur Seite stand.
Das macht sich direkt während der Exposition positiv bemerkbar, als es Sam bei einem Auftrag in der Wüste gelingt, die Angreifer mit gutem Timing zu überlisten.
Was anfangs Lust auf mehr macht, verkommt jedoch zu einem überaus konventionellen Treiben mit dubiosen Wirtschaftsinteressen, geschmierten Instanzen und nur wenigen Schauwerten.
Zudem zeichnet sich früh ein Mangel an Tiefe ab, da die unnahbar wirkende Sam prompt mit einem Klischeetrauma behaftet ist, während Zoe von der Prinzessin auf der Erbse zur kleinen Amazone mutiert, was nicht gerade glaubhaft rüberkommt. Das Body-Gespann harmoniert nicht sonderlich gut, obgleich Rapace eine unerwartete Physis mitbringt und alle Stunts selbst absolviert.
Denn immerhin kommt es zu einigen körperlichen Auseinandersetzungen, die mit kleinen Härten gespickt sind. Ein Fight, bei dem Sam mit geknebelten Armen beinahe hilflos ausgeliefert scheint, sticht ebenso positiv hervor, wie ein kurzer Kampf unter Wasser mit auffallend vielen Fischen. Für die größeren Hingucker fehlte offensichtlich die Kohle, obgleich die exotische Kulisse Marokkos für einige Abwechslung sorgt.
Größtes Manko bleibt indes die nahezu komplett durchschaubare Story, die sich im Mittelteil mit merklichen Längen um unnötige Details verzettelt, während sich der Showdown, zurück in der Festung, vergleichsweise unspektakulär gestaltet und dramaturgisch merklich einknickt.
Die weitgehend passabel aufspielenden Mimen retten da nicht viel und auch das solide Handwerk kommt kaum gegen eine Geschichte an, die zu simpel und spannungsarm gestrickt ist, um Genrefans zu fordern.
5 von 10