Review

Es müssen nicht immer Haie sein, die das Wasser unsicher machen und schon gar nicht mutierte Viecher, die durch die Luft fliegen oder mit elf Köpfen um die Ecke schwimmen.
Manchmal reicht ein Blick auf die Griechische Mythologie und schon hat man mit Nereus einen Meeresgott, der sich im vorliegenden Regiedebüt im Swimmingpool verirrt.

Um ein wenig den Kopf frei zu bekommen, wird Sara (Itziar Martinez) von einigen Freunden in eine Wohnanlage mit Pool eingeladen. Nach einer kleinen Feier halluziniert Sara ein wenig, sie wähnt sich im Pool, obwohl sie eben noch im Bett lag. Als sie erfährt, dass vor nicht allzu langer Zeit ein Mädchen im Pool spurlos verschwand, stellt Sara Nachforschungen an…

Seit „Shape of Water“ ist das Hantieren mit Wasserwesen wieder ein wenig salonfähiger geworden, wobei Regisseur Georges Padey die eigentliche Bedrohung komplett ausklammert.
Sofern Leute direkt im Pool verschwinden, sorgen Überlappungen und einige Wirbel für Unruhe, doch das Böse nimmt erst in den finalen Minuten Gestalt an. Bis dato leiden potenzielle Opfer an Nasenbluten und Magenkrämpfen, in den letzten Zügen werden die Klüsen weiß.

Das geringe Budget macht sich nicht nur durch die spärlichen Kulissen und dem überschaubaren Figurengefüge bemerkbar. Denn als es per Nebenhandlungsstrang in ein Kloster in Griechenland geht, wird für diese Sequenz kurzerhand die eingeschränkte Sicht des Smartphones benutzt, was der Optik von Found Footage gleichkommt. Kloster und ein ominöser Brunnen könnten sich auch am nächsten Stadtrand befunden haben.

Leider wird die Handlung zuweilen arg gestreckt oder durch unnötige Einschübe in die Länge gezogen. Während der Besuch bei einem Medium ins Comichafte abdriftet, drehen sich einige Recherchen im Kreis, manche Abfolge wiederholt sich und letztlich ist es nur die Frage, wer von den Bewohnern einen Pakt mit dem Titelgebenden geschlossen haben könnte. Diesbezüglich werden immerhin einige falsche Fährten ausgelegt und die entsprechende Offenbarung kann durchaus als kleine Überraschung durchgehen.

Darstellerisch bekleckert sich niemand mit Ruhm. Hauptdarstellerin Martinez, die auch am Drehbuch werkelte, gibt hier ihren Einstand und macht einen passablen Job, wogegen einige Nebenrollen recht hölzern performt werden. Der Score untermalt immerhin zweckdienlich, zwei körperliche Auseinandersetzungen sind passabel choreographiert und auch die wenigen CGI, meistens in Form kriechenden Wassers können sich sehen lassen.

Mehr als Mittelmaß ist unterm Strich jedoch nicht zu erwarten. Phasenweise tritt die Geschichte zu sehr auf der Stelle, anderweitig mangelt es über weite Teile an Spannung, während der Hintergrund der Bedrohung zu unterentwickelt bleibt und erst während des Showdowns ein paar wenige Fakten erhält.
Was Nereus allerdings im Detail mit dem Spuk zu tun hat, bleibt im Endeffekt im Pool.
5 von 10

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