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Wenn sich junge Außenseiter zusammenraufen, um gemeinsam ein Ziel zu erreichen, dann entspricht das der Grundlage eines erfolgreichen Jugendabenteuers wie „Stand by Me“.
Kleine Reisen in die Vergangenheit sind diesbezüglich ebenfalls eine Möglichkeit, dem von mittlerweile vielen Medien umgebenden Alltag zu entkommen und vielleicht ein wenig Nostalgie aufzuspüren. Wenn dann auch noch drei thematisch passende Songs von David Bowie eingebaut werden, dürfte eigentlich nicht mehr viel schief gehen.

1977 in Georgia: Seit dem Tod ihrer Mutter schüren die Geheimnisse des Weltalls die Aufmerksamkeit der jungen Außenseiterin Christmas (Mckenna Grace). Sie möchte an einem Wettbewerb teilnehmen, damit ihre Botschaft per Schallplatte ins All übermittelt wird, doch für den Pfadfinderclub fehlen ihr noch vier weitere Mitglieder und eine Teammutter…

Für gewöhnlich benutzen Regisseure billige Pseudonyme, wenn sie im dreckigen Underground wühlen, selten jedoch im Zusammenhang mit vergleichsweise harmlosen Jugendabenteuern. Katie Ellwood und Amber Templemore-Finlayson formieren hier als Bert und Bertie und geben binnen weniger Minuten einen positiven Grundton an, der sich, bis auf ein paar nachdenklich stimmende Zwischentöne, locker bis zum Ende durchzieht.

Mit Christmas als auch mit den anderen Underdogs wird man indes rasch warm: Während Hell-No Price und Smash zunächst als Ausbeuter der übrigen Schüler vorgestellt werden, offenbaren beide rasch einen weichen Kern und eine gewisse Zugänglichkeit in prekären Situationen. Joseph, den wir beim unbeliebten Baseballtraining kennen lernen, entfaltet gerne seine weibliche Seite, etwa als Hairstylist oder Modeberater, wobei die fünfte im Bunde in Form von Anne-Claire, der Gläubigen mit Augenklappe ein wenig untergeht.

Das Team ergänzt sich prima und beinahe hätte es die Beaufsichtigung der mürrischen Anwaltsgehilfin Miss Rayleen (Viola Davis) gar nicht gebraucht, zumal diese als dauerhaft rauchende, zuweilen fluchende und selten motivierende Teamleiterin nicht die emotionale Hilfe leistet. Immerhin steht sie, im Gegensatz zur Konkurrentin und Direktorin der Schule für ein modernes Frauenbild ein. Andere Botschaften zeichnen sich ebenfalls recht deutlich ab, wie die Akzeptanz individueller Fehler und Schwächen, das Hervorheben und Tolerieren bunter Individualisten als auch die ewige Floskel, niemals seine Träume aus den Augen zu verlieren.

Die Geschichte mit den Aliens und der goldenen Schallplatte der NASA dient letztlich nur als vager Aufhänger ohne näheren Sinn, um Außenseitern eine kleine Bühne zu geben und damit mindestens als Sieger der Herzen hervorzugehen, denn die gehässige Konkurrenz darf natürlich genauso wenig fehlen wie ein kollektiver Gruß in die Weiten der Nacht.

Gespielt wird die weitgehend unterhaltsame, zuweilen leicht verschrobene Chose ganz ordentlich, die Ausstattung, primär der Klamotten und Frisuren ist recht detailverliebt ausgefallen und auch sonst ist handwerklich nicht viel anzukreiden. Allenfalls das Tempo könnte etwas flotter sein.
Fürs ganz junge Publikum eher weniger geeignet, da einige Kraftausdrücke verwendet werden und spätestens beim Öffnen der Bierflasche mit den Zähnen eins von mehreren Negativbeispielen eingebracht wird. Ansonsten ein sympathischer Familienspaß, von dem zwar nicht viel hängen bleibt, der aber weitgehend gute Laune verbreitet.
6,5 von 10

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