Review

Camp By Me


Eine magische Außenseiterkomödie über eine sehr spezielle, bunte, vorbildliche Pfadfindergruppe in den schwitzig-souligen US-Südstaaten der 70s, die unbedingt an einem Talentwettbewerb der NASA teilnehmen und im besten Fall auch gewinnen will, damit ihre Worte ins All hinaus geschossen werden, damit intelligente Lebensformen irgendwo da draußen diese süßen, oft sehr intimen Botschaften vielleicht aufschnappen können... Klingt komisch, funktioniert aber prächtig und herzerwärmend. Ein aktuelles Highlight im unübersichtlichen Katalog Amazon Primes! 

„Troop Zero“ fängt meisterhaft Gefühle und Flairs ein. Seiner Gegend, seiner Epoche, seiner kindlichen Protagonisten, seiner erwachsenen Nebenfiguren, seiner exzellenten Musikauswahl - der Film ist ein sehenswertes, im positivsten Sinne glückseliges Gesamtpaket mit Sog- und sanfter Sprengkraft! Nie zu kitschig, nie zu kindlich, nie zu retro. Immer mit aktuellen Bezügen und vorbildlichen Mustern. Wie gesagt, ohne zu predigend oder zu sehr von einer Agenda motiviert zu sein oder zu politisch korrekt zu wirken. Hier klickt für mich ein Rädchen ins nächste, hier macht alles Sinn, Spaß und geht effektiv ans Herz. Das zu haten?! Für mich ein Ding der Unmöglichkeit. Der Soundtrack rockt von Soul zu David Bowie, die Kinderdarsteller sind allesamt Entdeckungen (vor allem an unserer süßen, talentierten Protagonistin Mckenna Grace kann man sich nicht satt sehen!) und Viola Davis und Allison Janney im „Duell“ hat man auch nicht alle Tage. Pures, gutes Gefühl mit Hoffnung und Herz in Filmform gegossen. Einen kleinen Abzug nur, weil Hollywood-Indie-Hits das Thema der Außenseiter und Weirdos gerade in jüngerer Vergangenheit schon oft (in den besten Fällen) ähnlich angepackt hat. 

Fazit: ein wirklich wundervoller, zärtlicher Aussenseiterdiamant irgendwo im wichtigen, inspirierenden Weirdoland zwischen „Little Miss Sunshine“, „Moonrise Kingdom“ und „The Sandlot“ mit Mädels. Eine der Kostbarkeiten des verschachtelten Filmjahres 2020! 

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