1970, Hamburg, St. Pauli: der Hilfsarbeiter Fritz Honka (Jonas Dassler), genannt Fiete, verbringt seine Abende in der Kneipe Zum Goldenen Handschuh, wo vor allem Trinker und ältere Prostituierte verkehren. Als er eine Frau mit in seine Mansardenwohnung nimmt, tötet er sie und zerstückelt den Leichnam. 4 Jahre später lernt er wieder in seiner Stammkneipe die obdachlose Gerda (Margarethe Tiesel) kennen. Obwohl er sie vergewaltigt, bleibt sie auch am nächsten Tag in seiner Wohnung und verspricht sogar Fiete ihre 30-jährige Tochter zuzuführen…
Nach dem ergreifenden Historienfilm „The Cut“ (2014), einem Jugendfilm als Auftragsarbeit („Tschick“ 2016) und dem politisch hoch relevanten Thriller „Aus dem Nichts“ (2017) inszeniert Fathi Akin (geb. 1973 in Hamburg) einen der top five deutschen Horrorfilme des neuen Jahrtausends, wobei der Zuschauer mehr Ekel als Angst verspürt. Akins Verfilmung des 2016 erschienen Romans von Heinz Strunck resultiert aus seiner Kindheit in der Hansestadt, Serienkiller „Honka war ein realer Mensch aus meiner Nachbarschaft“, und ist bevölkert von skurrilen Charakteren, meist aus dem Trinkermilieu. Der Goreszenen fängt er mit Standbildern ein, bei denen sich ein Teil des Terrors nur im Kopf des Zuschauers abspielt, was nicht minder schrecklich ist und Fathi Akins Kunst fast schon schmerzhaft deutlich werden lässt. Für Genrefreunde ein Schocker mit Kultpotential, für alle anderen Zuschauer schwer bis nicht zu ertragen. (9/10)