Filme über Kunstdiebstähle gibt es nicht allzu viele, obgleich sich im Verlauf der Zeit einige bislang nicht aufgelöste, teils spektakuläre Fälle häuften. Vielleicht braucht es dazu einen vergleichsweise faszinierenden Drahtzieher wie etwa Victor Hugenay, der den Drei ??? bislang viermal entkommen konnte. Obgleich die Diebstähle im vorliegenden Heist-Movie einigermaßen galant in Szene gesetzt sind, entfaltet sich der Rest als fade vor sich hin plätschernde Angelegenheit.
Um die Wettschulden seines verstorbenen Vaters abzustottern, stiehlt Ivan (Theo James) Kunstwerke der Oberschicht Hollywoods im Auftrag des Gangsters Dimitri (Fred Melamed).
Als Ivan bei seinem zweiten Coup erneut auf Schauspielerin Elyse (Emily Ratajkowski) trifft, die ebenfalls in einer finanziellen Notlage steckt, raufen sich die beiden zusammen, um ihren Schulden endgültig zu entkommen…
Autor und Regisseur Matt Aselton setzt auf die gängigen Genrezutaten, indem er dem Gentleman-Dieb eine attraktive Gegenspielerin liefert, die lange Zeit als femme fatale unterwegs ist, während sich schon bald ein FBI-Mann einschaltet, um an die Drahtzieher zu gelangen. Dazu ein wenig halbnackte Haut, etwas Glamour und einen unnachgiebigen Gangsterboss, der offenbar mit nur einem Handlanger auskommt.
Den jeweiligen Diebstählen haftet immerhin ein leichtes Augenzwinkern an, etwa, als eine ganz junge Zeugin mit einem billigen Trick abgefertigt wird oder der Einbruch in einen privaten Nazi-Safe nur mithilfe zahlreicher Ablenkungsmanöver zu bewerkstelligen scheint.
Doch das Drumherum bietet lediglich zähen Stoff, der weder Suspense, noch Atmosphäre erzeugt.
Das liegt hauptsächlich an den schwachen, ausdruckslosen Mimen und den dazugehörigen Dialogen, die phasenweise am Rand des Fremdschämens avancieren. Theo James bringt wenig Präsenz mit und stattet seinen Dieb somit nicht mit genügend Coolness aus. Emily Rataijkowski ist zweifelsohne ein Hingucker, der nicht mit einigen lasziven Einlagen geizt, doch mimisch ist die Dame arg eingeschränkt, viel Persönlichkeit kommt da nicht rüber.
Das einzige was tatsächlich cool ist, ist die Synchro des FBI-Mannes durch Engelbert von Nordhausen, phasenweise Stammstimme von Samuel L. Jackson.
Ansonsten wird man zu keiner Zeit überrascht, noch kommt irgendwann Action ins Spiel.
Die Grenzen zwischen Gut und Böse sind relativ klar gesteckt und wer gen Showdown mit einer fast schon obligaten Wendung rechnet, kann nur enttäuscht werden. Hier läuft alles ganz glatt, überaus problemlos und beinahe harmonisch, so dass der Stoff bereits ab Mitte des Unterfangens völlig belanglos rüberkommt. Mutlos und uninspiriert auf allen Ebenen.
3,5 von 10