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Was tut Chuck Norris (R.I.P.), wenn er bewusstlos geschlagen, in seinen Dodge Ramcharger verfrachtet & zusammen mit ihm begraben wird? Ganz klar: Er wacht auf, zischt ein paar Schluck Bier, gießt sich den Rest zur Erfrischung über den Kopf, startet die Karre, zündet den Turbo & prescht mit Urgewalt aus der Erde raus. Eine unfassbar geile Szene!

Chuck Norris ist J.J. McQuade, Texas Ranger. In diese unschöne Lebendig-Begraben-Situation ist er geraten, weil er dem üblen Schurken Rawley Wilkes (David Carradine) einmal zu oft ans Bein gepinkelt hat. Und weil er ihm die Frau ausgespannt hat, Lola, gespielt von Barbara Carrera. Norris darf hier endlich einmal seine weiche & verwundbare Seite zeigen. Ihm bricht das Herz, weil Töchterchen Sally (Dana Kimmell) flügge wird. Er ist verliebt & kuschelt zärtlich mit Carrera. Eine richtige Sexszene wollte man ihm (& ihr & uns) wohl nicht zumuten. Dafür sieht man die beiden beim ausgelassenen Herumalbern, wie sie sich gegenseitig mit Wasser bespritzen & sie sich danach küssend im Schlamm wälzen. Andererseits ist McQuade natürlich ein harter Hund, der nichts anbrennen lässt. Er pustet Banditen weg, poliert mit Fäusten & Füßen fiese Fressen, hechtet auf ein Fluchtauto & veranstaltet in seinem Vorgarten Schießübungen, bei denen es die selbstgebastelten Dummies regelrecht zerfetzt.

Aber auch ein Lone Wolf McQuade (= OT) braucht manchmal Unterstützung. Hinter ihm steht sein Chef (R.G. Armstrong), an seiner Seite sind sein Kumpel Dakota (L.Q. Jones), sein Partner Kayo (Robert Beltran) sowie der FBI-Agent Jackson (Leon Isaac Kennedy). Der überhebliche & oft süffisant grinsende Wilkes hat natürlich einige Henchmen & auch ein hämisch kichernder Giftzwerg auf Rädern mischt mit. Nach Der Gigant ist dieser Action-Western die zweite gelungene Zusammenarbeit zwischen Steve Carver (Regie) & Chuck Norris (Hauptrolle), wobei der im texanischen El Paso gedrehte Streifen ordentlich produziert ist, verdammt gut aussieht & eine lässige Atmo hat. Die Action inkl. einiger fetter Explosionen kann sich sehen lassen, die Schauplätze sind großartig & auch Francesco De Masis cooler Score rockt. Beim großen Showdown dröhnt die Orgel, fideln die Streicher wie verrückt & auch der Synthesizer kommt nicht zu kurz. So ganz gecheckt habe ich aber nicht, was Wilkes Plan war, als er mit seinem Militär-Vehikel gegen McQuades Schubraupe anrückte.

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