Nathalie ist jung und hübsch. Und hatte irgendwann mal ein "kleines Suchtproblem". Doch der Richter war Milde - aus zwei Gründen: Nathalie ist jung und hübsch. Und er will sie heiraten. Was er kurze Zeit später auch tat, sie war ihm den Gefallen schuldig.
Doch Ex-Lover Kent läßt sich ungern so einfach ausspannen und steht eines Tages unvermittelt vor der Türe des Feriendomizils, in dem Richter George mit seiner Frau ein paar romantische ruhige Tage verleben möchte. Zum Glück ist dieser gerade mit Lance, dem Hausmeister, auf Angeltour. Das nun entstehende Problem ist allerdings nicht eine Dreiecksgeschichte wie man vermuten könnte (Nathalie läßt Kent abblitzen), sondern die Aufklärung eines Todesfalls. Kent liegt nämlich am morgen nackt und tot im Ehebett. Und jetzt erklär das mal jemand George, der von seiner Angeltour heimkommt.
Eine amüsante Komödie um Eifersucht, Vertuschungen und abstrusen Verwicklungen beginnt. In rasanter Fahrt erzählt Jim Wilson seine Story und setzt diese detailverliebt und packend um. Längen hat der Film in keiner Sekunde, alle Charaktere tragen zum Gelingen des Gesamtwerks bei, was zusätzlich für Pluspunkte sorgt und den Film zu einem großen Erfolg macht.
Cameron Diaz glänzt als Mischung aus erotischer Verführung und Hausfrauenvamp und Harvey Keitel dürfen wir endlich in einer Hauptrolle bewundern. Selbstverständlich dominiert Keitel den Film, als hervorragender Schauspieler eine Selbstverständlichkeit. Selbst in seiner ruhigen Ausstrahlung liegt in jeder Szene Spannung und Action, Keitel beherrscht die ruhige Mimik in Perfektion und steht dem großen Meister Robert de Niro in nichts nach - schön, daß er dies hier unter Beweis stellen kann!
"Nach dem Leichenfund gehts rund" - so könnte man den Film alternativ betiteln. Je mehr das Paar versucht die Spuren des toten Kents zu beseitigen, umso mehr sieht die Sache nach einem Mord aus. Immer tiefer verstricken sich die beiden in die Misere. Vor allem George hatte anfänglich am wenigsten zu befürchten und muß nun darum bangen, lebenslänglich ins Gefängnis zu wandern für einen Mord, den er gar nicht begangen hat. Immer mehr wird versucht zu vertuschen, wo es eigentlich gar nichts zu vertuschen gab.
Man kommt aus dem Lachen fast gar nicht mehr heraus, köstlich wie sich die beiden Protagonisten vergeblich abmühen. Vor lauter Spannung und Handlung sollte man aber den Blick auf die liebevollen Details am Rande des Geschehens nicht vergessen. Die nervige Stechmücke beim Ofen durch den Wald schleppen, oder die Komik in Keitels Mimik und dessen Wortwitz ("schön heia machen!") - all das macht den Film so unglaublich präsent und real und damit zu einem packenden Meisterwerk.
Doch die anfängliche Komödie wechselt bald in einen nervenaufreibenden Thriller, der sich mit psychischen Abgründen überforderter Menschen beschäftigt. Alles dreht sich um die Frage: Wer ist der Mörder, obwohl es gar keinen Mord gab? Wilson versteht es hervorragend, komödiantische Regeln in diesem Thriller anzuwenden oder anders herum: spannende und packende, fesselnde Nervenakrobatik in eine Komödie einzubauen.
"Du lachst nicht mehr, Piepmatz."
Fesselnd und spannend - von der ersten bis zur letzten Minute.
(9/10)