Staffel 3
Ein Nachruf
Die dritte und letzte Staffel von „Der Pass“ lässt mit dem ungewöhnlichen deutsch-österreichischen Ermittlerduo nochmal zwei Welten aufeinanderprallen und voneinander lernen, wenn eine weitere mysteriöse Mordserie in den Tunneln des Grenzgebiets für Angst, Schrecken und weitere verschneite Bergmythen sorgt…
Ein paar Dinge gefallen mir an der dritten Staffel von „Der Pass“ exzellent. Die stärkere Verankerung im Horrorgenre, während die vorangegangenen Staffeln doch klarer Krimis waren. Inklusive einiger echt böser Kills und Szenen. Die allgemeine Kälte und Atmosphäre. Dass die beiden Ermittler doch noch zusammenfinden. Und ihr „letzter Tanz“ am Ende hat mich fast erwischt. Andererseits sehe ich diese Abschlussstaffel auch deutlich als schwächsten Ableger dieser Fernsehtrilogie. Die Auflösung des eigentlichen Falls ist nicht ganz befriedigend. Der anfänglich aufgebaute Konflikt zwischen Ellie und Gedeon wirkt aufgebauscht und unnatürlich. Die Energie (nicht nur zwischen den beiden) ist nicht mehr ganz da, ganz frisch, ganz natürlich. Der eigentliche Bösewicht ist zwar sehr creepy, kommt aber viel zu kurz. Und die Schocks und Wendungen kommen (wenn überhaupt) zu spät, während die Staffel einige Folgen lang vorher etwas herumgedümpelt ist. Und man fühlt einfach, dass es nun langsam zu Ende geht. Und auch gehen muss. Und trotzdem bleibt „Der Pass“ als dreistaffelige Krimiserie eine hochwertige und absolute Ausnahmeerscheinung in der deutsch-österreichischen Fernsehlandschaft.
Fazit: Solides und super düsteres, fast horroraffines Finnish einer starken Serie. Zu ihren besten Phasen kann die Show aber nicht mehr aufschließen! (6,5/10)