Zukunftsmusik klingt mal wieder richtig düster in dem Science-Fiction-Drama des Franzosen Jonathan Helpert. Der titelgebende Jupitermond spielt dabei allerdings nicht die Hauptrolle, sondern die viel versprechende Nachwuchsdarstellerin Margaret Qualley, Tochter von Andie MacDowell.
Klimakatastrophen haben die Vegetation auf der Erde in die Knie gezwungen und nur noch wenige Menschen weilen auf dem Planeten, während sich Rettungsschiffe auf den IO begaben.
Sam (Qualley), Tochter des Wissenschaftlers Henry (Danny Huston), versucht in einem Camp neues Leben mithilfe von Bienen zu züchten, als Micah (Anthony Mackie) mit einem Heißluftballon bei ihr landet. Er will sie überreden, die letzte Rettungskapsel zu erreichen…
Fast eine halbe Stunde hat man es mit einem Ein-Personen-Stück innerhalb karger Kulisse zu tun. Sam mit Gasmaske draußen, mal im Gewächshaus, dann wieder vorm Rechner, um mit Freund Elon zu kommunizieren, der sich bereits Lichtjahre entfernt befindet und es kommt fast schon Spannung auf, als ein heftiger Sturm aufzieht und Sam einige Geräte absichern muss. Doch so episch sich der Sturm auch ankündigt, - er verschwindet völlig unspektakulär, macht allerdings die Bienenzucht zunichte, wodurch die Immunogenetik wieder von vorn aufgerollt werden muss. Umso erschreckender, dass es mit dem Eintreffen von Micah keineswegs unterhaltsamer wird.
Denn die beiden tauschen lediglich Oberflächlichkeiten aus und selbst von der Welt „davor“ weiß Micah herzlich wenig zu berichten, mal abgesehen von einer traumatischen Begebenheit. Auch Sams Motivation, auf der Erde zu verharren, um aus der eigentlichen Hoffnungslosigkeit eventuell doch noch neuen Mut zu schöpfen, erschließt sich allenfalls in Ansätzen. Erst in der letzten Viertelstunde wird das Camp verlassen, um in Ruinen nach Helium für den Ballon zu suchen, was mit wenigen Mittel recht atmosphärisch umgesetzt ist. Schade, dass dieser Schritt nicht deutlich früher erfolgte, denn die Station sorgt trotz der düsteren, nebelverhangenen Umgebung nicht gerade für Abwechslung.
Insofern schade, als dass Margaret Qualley mit einer teils engelsgleichen Aura durch die Handlung wandelt und sich nicht von ungefähr mit der Griechischen Mythologie befasst, der gegen Ende noch ein kleiner Twist zuteil wird. Aber auch Mackie performt jederzeit glaubhaft und mit angemessener Zurückhaltung. Gleiches gilt für den Score, der eher auf Klänge von Chopin setzt, während die Kamera unauffällig bleibt.
Unauffällig ist in diesem Zusammenhang ein entscheidendes Stichwort, denn abgesehen von ausbleibender Action und Spannung hat der Streifen schlichtweg wenig zu sagen. Für ein Drama geht die Geschichte zu selten in die Tiefe, für reine Science Fiction mangelt es an klaren Fakten, einzig die leicht melancholische Grundstimmung trägt noch so einigermaßen.
Zu wenig, wenn man sich nicht gerade in ausgesprochen besinnlicher Stimmung befindet.
4,5 von 10