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Erwartungsgemäß ist der Anteil an Teens mit dunkler Hautfarbe in der französischen Ausgabe von SKAM viel höher als im bleichen Norwegen-Original. So ist etwa das fest besetzte muslimische Mädel in der Clique, das hier kurioserweise seinen Hijab auch mal weglässt, eine Schwarzafrikanerin. Das ist aber auch schon die einzige Eigenheit in dieser Interpretation. Clash der Kulturen oder Religionen? Pustekuchen! Gelbwesten-Ausschreitungen wie im wahren Leben? Nope! Nicht einmal die gemischtrassigen Beziehungen, die sich durch die neuen Rollenbesetzungen ergeben, sind in irgendeiner Form Thema oder liefern Konflikte. Denn auch dieser Auswuchs des Webphänomens SKAM bleibt nur eine Kopie mit brav nachgestellten Konstellationen. Wenn z.B. schon wieder ein Girl seinen Salat auf dem Teller nach dessen Zutaten trennt, fühlt man sich in einer ewigen Zeitschleife gefangen.