Ab einem gewissen Alter sind Filmfreunde froh, bekannte Gesichter ihrer Jugend wieder zu sehen, - schließlich kommen die Einschläge näher und viele Gute sind bereits gegangen.
Chevy Chase und Richard Dreyfuss gehören mittlerweile zum Club der Ü-70-Mimen, die noch recht aktiv sind und diese gewisse Aura mitbringen, um einen Film bereits sehenswert zu gestalten.
Als sich der ehemalige Künstlermanager Al (Chase) und der einstige Komiker Buddy (Dreyfuss) im Altenheim wieder sehen, ist die Freude groß. Beinahe täglich wird von Krankheitsfällen und Verstorbenen berichtet, da platzt dem einstigen Duo der Kragen und sie beschließen, nach 50 Jahren noch einmal auf Tournee zu gehen…
Autor und Regisseur Greg Pritikin zieht mit der Besetzung im Grunde das große Los, doch storytechnisch weiß er nicht allzu viel damit anzufangen. Dabei macht der Einstieg im Altenheim echt Laune, als Buddy in Verkleidung als Tattergreis am Rollator den missmutigen Al empfängt, während die Tagesprogramme mit seichten Bühnenshows und Herrenkreisen, die sexuelle Erfahrungen austauschen kleine gesellschaftliche Seitenhiebe parat halten.
Selbst die Nebenrollen sind toll besetzt und mithilfe einiger spritziger Ideen hätte man das Geschehen komplett im Heim stattfinden lassen können.
Stattdessen entschied sich Pritikin für einen Road-Trip, der sich von San Diego, über Texas und Kansas bis nach New York erstreckt, dabei allerdings kaum Höhepunkte bereithält. Buddy improvisiert (meistens erfolgreich) auf der Bühne, unterwegs raucht er Gras, während Al von verschiedenen Erinnerungen an einstige Künstler berichtet. Zwischenzeitlich gesellt sich Andi McDowell als Love Interest hinzu, doch der große Herzschmerz bleibt ebenso wie Knaller-Gags aus.
Natürlich punktet die Präsenz der altehrwürdigen Mimen, das Zusammenspiel ist überaus sympathisch, doch da die Geschichte keine Ecken und Kanten aufweist, ist es mit der Spannung nicht weit her, zumal selbst einige Situationskomik selten mehr als ein Schmunzeln generiert. Das ist eigentlich immer dann der Fall, wenn ein wenig Selbstironie im Spiel ist, etwa, als die beiden das Essensverhalten uralter Männer nachäffen, an anderer Stelle vor ihren frisch servierten Tellern einnicken. Die Gagdichte ist wahrlich nicht hoch, doch immerhin punkten einige wenige emotionale Einschübe.
Trotz hohem Sympathiefaktor und einer latenten Wohlfühlstimmung schwächelt die Erzählung merklich. Sie bleibt humortechnisch harmlos, dramaturgisch unterentwickelt und trotz des Abklapperns einiger interessanter Orte fehlt der Kamera der Blick fürs Besondere.
Also eher etwas für die nicht mehr ganz junge Zielgruppe, die sich mit dem tollen Zusammenspiel nicht mehr ganz so junger Mimen zufrieden gibt.
Knapp
6 von 10