Der Vorspann soll dem Betrachter weismachen, es handle sich um echte Dokuaufnahmen von Gewaltverbrechen, die der Polizei entwendet wurden. Warnungen, Hinweise und ein "Director's Snuff Cut" läuten diesen Amateurexploiter sensationslüstern ein, was wohl eher zum Belächeln einlädt. Nach einer knappen Einleitung, die uns nur kurz erhellt, dass ein Psychopath aus einer Nervenheilanstalt ausgebrochen ist und neue Gewalttaten zu befürchten sind, hält sich das Drehbuch, sofern es eines gab, nicht lange mit einer erzählenden Story oder gar Charakterzeichnungen auf. Anfangs wirken die Laien vor der Kamera noch etwas unbeholfen, doch als sie ihr unglaubliches Repertoire an Sadismen abspulen, scheinen sie sich in ihren asozialen Rollen richtig wohl zu fühlen. Für den Amateurbereich ist das mindestens solide agierend, teils auch besser, effektiver sind dagegen die ausgebreiteten Folterungen und herben Morde, die die Männer an ihren vornehmlich weiblichen Opfern ausüben. Das würde man angesichts Heiko Fippers Funsplatter "Das Komabrutale Duell" gar nicht erwarten, es scheint so, als sei der Exploitationfilm mit der Unterrubrik Folterfilm zum neuen Standbein für Low Budget Produktionen geworden. Ungewöhnlich ist auf jeden Fall das Setting der kumpelhaft gemeinsam mordenden Bagage, die sich der Motivation eines Serienkillers oder auch des typischen Filmpsychopathen entzieht. Neben "Snuff Road", "Guinea Pig", "Scrapbook" oder auch "August Underground" beinhaltet diese Produktion explizite Gewaltdarstelllungen, die mit Sicherheit nicht jedermanns Sache sind, sondern auch die Splatterfraktion spalten werden. Die Opfer werden exzessiv und offensiv sexuell genötigt, vergewaltigt und gedemütigt, geschlagen, getreten und niedergemetzelt, was das Zeug hält, sofern man dieser blutigen Stunde Film einen Sinn zusprechen kann, ist es wohl der, ein möglichst psychotisches Blutbad als Eindruck zu hinterlassen. Diese Übung gelingt in der zweiten Hälfte, denn an Krankheit steigert sich dieser Schundfilm ganz überraschend und schafft darüber tatsächlich eine Art kleinen Spannungsbogen. Die Empörung wird mal wieder bei denjenigen groß sein, die weder Extremfilme noch Amateurproduktionen ausstehen können, sich trotzdem den Pseudokritikerverriss nicht sparen können, Genrefreunde sollten einen Blick riskieren.
Fazit: Extremexploitation aus dem Norden Deutschlands. Kein komabrutales Lachduell mehr, sondern heftig unter der Gürtellinie. 6/10 Punkten