Eines vorweg:
JA, ich liebe (fiktive) Filmgewalt!
JA, künstlerische Provokation ist ein hohes ideelles Gut unserer Kultur!
JA, ich kann selbst mysogynem Müll wie "Bloodsucking Freaks" noch eine schwarzhumorige Trashnote abgewinnen.
Aber das hier???
Bereits einige Jahre, bevor sich Fred Vogel, Eric Stanze & Co. in den Kopf gesetzt hatten, als die gleichsam perversesten und härtesten als auch dämlichsten Filmemacher aller Zeiten in die Annalen - bzw. in diesem Fall vielleicht eher "Analen" - der modernen Filmgeschichte eingehen zu wollen, kam ein gewisser Heiko Fipper aus Norddeutschland bereits auf eine ähnlich "glorreiche" Idee, deren Ergebnis, wenn überhaupt, allenfalls Freunde genannter Zelluloidpsychopathen ansprechen dürfte.
Natürlich verzichtet man auch hier auf so unwesentliche Ingredenzien wie eine schlüssige Dramaturgie, glaubhaft gezeichnete Charaktere und entsprechende Darsteller oder eine einfallsreiche "Story" und präsentiert stattdessen simpel eine Ansammlung möglichst "krasser" Szenen voller sexueller Gewalt, wobei man ähnlich wie die amerikanischen Nachfolger vor wirklichem Hardcore jedoch buchstäblich den Schwanz einzieht.
Gott sei Dank, kann man da allerdings nur sagen, denn was zunächst als typisch deutscher Amateurtrash mit armseligen Dialogen und ebensolchen Effekten beginnt, steigert sich zunehmend zur menschen- und vor allem frauenverachtenden Raserei, und spätestens das Ende lässt den Betrachter mit der grausigen Erkenntnis zurück, soeben das Werk mutmaßlich umnachteter Menschenfeinde goutiert und dafür eine Stunde Lebenszeit verschwendet zu haben, mal wieder nur um "sich selbst ein Bild machen", "mitreden" und "seine persönlichen Grenzen ausloten" zu können.
Selbst bei aller Vorliebe für Zelluloidgewalt, Trash, Provokation und Missachtung gemeinhin akzeptierter Geschmacksgrenzen gelingt es diesem Mistfilm spielend, sich als Eckpfeiler genannter Grenzen zu postieren: Bis hierhin ist auf jeden Fall schon viel zu weit!
Es fehlt nämlich so ziemlich alles, was dem dargestellten Gewaltwahn auch nur im Ansatz eine Existenzberechtigung verschaffen würde: Logik, Sinn, Kontext, psychologischer Tiefgang... von künstlerischem Anspruch mal ganz zu schweigen.
"Ostermontag" ist also eigentlich nur jener Klientel zu empfehlen, die auch Filmdokumenten über die Misshandlung Kriegsgefangener, Vergewaltigungen oder realen Verstümmelungen/ Tötungen allen Ernstes einen gewissen "Unterhaltungswert" zubilligen würden.
Vielleicht ist es ja ganz gut, dass sich eben diese Zielgruppe Filme wie diesen angucken kann und zumindest währenddessen den Rest der Menschheit mit dem zweifelhaftem Vergnügen ihrer Anwesenheit verschont. Vielleicht ist Heiko Fipper ja ein missverstandener Visionär, der mit seinem Verständnis von filmischer "Unterhaltung" einfach nur viel zu früh dran war, wenn eine solche Art "Film" tatsächlich Schule machen sollte.
Beides wage ich jedoch erheblich zu bezweifeln und kann nicht anders, als hier die Arschkarte für eine der überflüssigsten und beschämendsten Amateurproduktionen aller Zeiten zu vergeben, zumal die diesem Machwerk eigene Billigvideooptik inklusive furchtbarem Editing niemanden verwundern sollte.