Staffel 2
Steht wie 'ne Eins!
In der zweiten Staffel des Netflix Teenager-Tipps „Sex Education“ hat Otis zwar keine Scham mehr, sich selbst zu berühren, ganz im Gegenteil, doch die Pubertätsprobleme werden jetzt auch nicht gerade kleiner - in seiner Schule bricht zuerst eine Chlamydien-Hysterie aus, dann bekommt der „Sexberater“ von seiner eigenen Mutter Konkurrenz und sein Herz muss sich auch endlich mal entscheiden, wohin es will. Außerdem lässt ein hübscher neuer, französischstämmiger Schüler die ins Herz geschlossenen Figuren heiß laufen, Maeve bekommt Besuch von ihrer problembeladenen Mutter und auch Eric befindet sich in einem brisanten Liebesdreieck... Doch das sind nur ein paar der Verstrickungen und Hürden in dieser weiterhin ziemlich bezaubernden, stilvollen und modernen Coming-of-Age-Komödien-Serie, mit der Netflix völlig zurecht wieder mal einen weltweiten Hit gelandet hat. Bahnbrechend und feuchtfröhlich.
GEIL
+ Darsteller scheinen nun noch enger mit ihren Rollen verwachsen zu sein
+ größere Konzentration nun auch auf die „Älteren“ bzw. Elterngeneration
+ der Soundtrack ist nochmal besser geworden; die coolen Coverversionen rocken
+ die bunte, fantastische Mode wird viele, viele Trends setzen und hohe Wellen schlagen; Farben und Mut braucht die graue Welt!
+ Adams Entwicklung ist ein waschechter Höhepunkt, wenn auch vorhersehbar
+ die Hausparty - inkl. Otis' Dancemoves
+ das Romeo&Julia-Penis-Musical
+ Erics neuer Schwarm/Freund Rahim
+ Mr. Hendricks!!!
+ geht sehr locker und leicht und positiv mit ansonsten eher verschwiegenen Themen um
+ hohes Tempo, kaum Langeweile
+ coole, vorbildliche Figuren
+ nicht nur hübsche und perfekte Menschen
+ bringt die 80er-Jahre-Highschool-Comedy ins neue Jahrtausend
+ zeitlos und universell
+ extrem hochwertiger Look; man merkt, dass das jetzt schon ein absolutes Prestigeprojekt des Streaminggiganten ist
+ viele Klischees werden gekippt oder gar ad absurdum geführt
+ recht normaler, fast paradiesischer Umgang mit Homosexualität, Geschlechtskrankheiten, Teenagerängsten, Erwachsenwerden, Mobbing, Schwächen usw.
+ Otis' erstes Mal!!
+ ein Herz für Außenseiter
+ äußerst divers, bunt, offen, modern
+ Frauenpower!
+ tiefergehendere, ernstere Themen wie elterliche Verantwortung, toxische Männlichkeit, Exibitionismus, sexuelle Belästigung usw.
+ weiterhin ganz dicht am Zahn der Zeit
+ Masturbations-„I Touch Myself“-Intro!
+ neue Figuren sehr angenehm und cool
+ auch den „böseren“ Charakteren wie Anwar werden Backstories und Gründe für ihr Verhalten gegeben
+ Sexualkunde für die 2020er
+ Filmzitate und -hommagen von „Mean Girls“ bis „Breakfast Club“
+ nimmt Sex und sexuellen Themen die Ernsthaftigkeit; bringt Spaß ins Bett
+ stylischer, wegweisender (?) US/UK-Mix; internationaler Anspruch
+ Jean entdeckt ihr Herz
+ Frühlingsgefühle auf Knopfdruck
ABTURN
— eher viele kleine Stränge und Schauplätze als ein kohärentes Ganzes
— Dreiecksbeziehungen an jeder Ecke; nicht suuuper kreativ
— Otis und Maeves Hin und Her kann etwas nerven
— allgemein ein wenig Stillstand und Redundanz (auf sehr hohem Niveau)
— Settings und Schauplätze nicht allzu abwechslungsreich
— teilweise schon noch Klischees vorhanden
— nicht jede Episode voller Highlights oder ganz erinnerungswürdig
Fazit: weiterhin ein Fest der Aufklärung, des Spaßes, der Farben, der Jugend und der Freiheit - „Sex Education“ könnte zu einem echten Grundpfeiler von Netflix werden, der eine ganze Generationen positiv prägt und aufklärt. Staffel 2 ist dabei nicht viel schlechter als das Premierenjahr, selbst wenn sich manches wiederholt und auf der Stelle tritt. (8/10)