Man könnte lang und breit spekulieren, ob der Abschluss der Trilogie von Rob Zombie besser geworden wäre, wenn er ihn schlicht ein paar Jahre früher in Angriff genommen hätte. Denn Sid Haig war während des Drehs bereits von der letztlich tödlichen Krankheit gezeichnet, wodurch das Drehbuch umgeschrieben werden musste und mit der Figur des Captain Spaulding eine schillernde Erscheinung nahezu wegfiel. Umso mehr setzt Zombie auf Ehegattin Sherri Moon, die in der Rolle der Baby noch nie so nervig war wie hier.
Trotz massiver Verletzungen überleben die Serienkiller der Familie Firefly. Nach zehn Jahren Knast gelingt Otis (Bill Moseley) die Flucht mithilfe seines Halbbruders Winslow (Richard Brake), während Schwesterchen Baby (Sherri Moon) auf etwas drastischere Art aus dem Knast geholt werden soll…
Satte 14 Jahre sind seit dem Vorgänger „TDR - The Devil's Rejects“ ins Land gezogen und dennoch spult Zombie seine wenigen Ideen in ähnlicher Manier der Vorgänger noch einmal ab. Dabei ist das dreckige Flair der Siebziger durchaus gekonnt getroffen, die TV-Berichte über die titelgebenden Inhaftierten erinnern deutlich an die Berichterstattung über Charles Manson und als die Story für eine Weile den Weg Richtung Home Invasion einschlägt, wird es sogar einige Male ein wenig spannend.
Doch spätestens als das Trio in Mexiko eintrudelt, macht sich Langeweile breit, denn statt Gewalt und Konfrontationen dominieren lange Zeit ein wenig nackte Haut und lahmes Feiern, bevor es gegen Showdown wieder ein wenig gewalttätiger zugeht. Wobei der Splatterfaktor nicht übermäßig hoch ist, denn es gibt zwar einen Kehlenschnitt und eine abgezogene Gesichtshaut als Ergebnis, doch meistens kommt es nur zu blutigen Einschüssen, bei denen die CGI nicht immer hochwertig ausfallen.
Das eigentliche Problem des Plots ist das augenscheinlich plan- und ziellose. Es gibt keine wirklichen Gegenspieler, keine problematischen Cops auf den Fersen und so tingeln die drei durch die Gegend ohne dabei einen markanten Stempel zu hinterlassen. Schlimmer noch: Zombie setzt seine Ehefrau in vielen, komplett redundanten Momenten in Nahaufnahme oder Zeitlupe in Szene, in der sie sich dem kompletten Overacting hingibt. Das äußert sich in etwa so, dass sich eine erwachsene Frau wie ein Kleinkind gebärdet, dem man versehentlich Alkohol in die Nuckelflasche füllte. Diesen Nervfaktor können die souverän aufspielenden Moseley und Blake nur geringfügig entgegenwirken. Dazu erhält Danny Trejo erst gar keine Möglichkeit, denn der wirkt lediglich in einer minimalen Nebenrolle mit.
Grindhouse zum Dritten. Doch der beißende Sarkasmus der Vorgänger fehlt, Rob Zombie wird zum Wiederkäuer, dem offenbar die Ideen ausgehen. Handwerklich kann sich das Ergebnis zwar sehen lassen, die musikalische Untermalung könnte die dreckige Atmosphäre kaum treffender untermauern oder als entsprechender Kontrast fungieren, doch inhaltlich dreht sich der Streifen innerhalb der rund 115 Minuten deutlich zu lang im Kreis und fällt gegenüber den Vorgängern sehr deutlich ab.
4 von 10