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Hello Mr. Darkside!

Brighton, nur eine Fahrstunde von London entfernt. Längst ein küstennaher, idyllischer, lebensfroher Platz an der Sonne. Doch einst war der Ort wesentlich schattiger - zumindest gesellschaftlich, sozial, menschlich. Und zu dieser kontrastreichen Zeit zwischen den Weltkriegen spielt das klasse Gangsterfilmchen „Brighton Rock“, in dem einem Kleinkriminellen ein Mord auf dem Rummel bzw. dessen Zeugin in eine gefährliche Abwärtsspirale führt…

Tödlicher Jahrmarkt

„Brighton Rock“ ist ein ganz, ganz spezieller Film Noir. Sehr britisch, sehr notorisch, sehr kompakt. Gangster durch und durch. Sonnig und finster. Hell und böse. Ohne Ausweg, ein See der Paranoia. Das lose, etwas zu unrecht verrufene „Remake“ ist solide Ergänzung, aber nie ansatzweise auf dem Niveau dieses spannenden Originals. Raffiniert, konzentriert, kein Gramm Fett zu viel. Arbeiterklassenalptraum. Ein Mann in die Enge getrieben. Strandurlaub dort, Kampf ums Überleben hier. Jäger in der Zwickmühle. Ratten, Räuber, Radikale. Babyface trifft Narbengesicht, Killerattitüde trifft Pierparoli. Gangstergeisterbahn. Intensiv und unbarmherzig. Film Noir-Vorzeigetitel. Pinkie Brown ist eine Legende! Nur der katholisch-religiöse Unterbau will nicht durchgängig passen. Ansonsten eine astreine Angelegenheit. 

Platte mit Sprung

Fazit: edler Briten-Krimi - erstaunlich sonnig, menschlich jedoch abgrundtief düster. Kann man in einem Atemzug mit „Odd Man Out“, „Nightmare Alley“ oder sogar „The Third Man“ nennen. Genau wie das bei einem feinen Film Noir sein sollte! 

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