Review

Es herrscht ein grosser Yakuza-Krieg in Tokyos Unterwelt – und mittendrin stehen Verbrecher Ryuichi sowie Polizist Jojima. Jojima einerseits ist ein unterbezahlter Leutnant, der dringend 20 Millionen Yen auftreiben muss, um seiner Tochter eine Lebensnotwendige Operation zahlen zu können. Ryuichi andererseits stellt einen nicht ganz alltäglichen Verbrecher dar, der mit seiner Privat-Gang Mal für Mal den Yakuza-Clans in den Rücken fällt und sich somit bei den Unterweltbossen nicht sonderlich beliebt macht. Beide stehen sie unter grossem Druck und als Ryuichi einen Schritt zu weit geht, kommt es zum grossen Showdown zwischen unseren Hauptfiguren...

„Dead or Alive“ ist Miike. Besser kann man diesen Film eigentlich nicht zusammenfassen. Was zu Beginn als grosse Kamera-Irrfahrt durch Tokyos Unterwelt beginnt, wird in der Folge in eher ruhigen Bildern weitergeführt. Die Story schleicht sich anschliessend durch den Film, es passiert kaum was. Gegen Ende nimmt das Ganze dann wieder ein bisschen mehr Fahrt auf und explodiert schliesslich in einem gewaltigen Finale jenseits der Realitätsgrenze. Miike eben. Ganz egal was gerade gezeigt wird, bei diesem Regisseur kann man keine Geradlinigkeit erwarten – irgendwann passiert immer was.

Die Schauspieler agieren sehr gekonnt und wirken in ihren Rollen überzeugend. Der Score ist jederzeit passend – Rockige Soundpassagen fügen sich prima in die gezeigten Bildern ein. Gibt’s denn Negativpunke? Für mich ja.
„Dead or Alive“ ist für meine Begriffe ein bisschen langatmig. Werden zu Beginn knapp 7 Minuten Starkstrom gehämmert, beruhigt sich das Ganze eigentlich den ganzen Film über und wird erst gegen Ende wieder fetzig. Für mich zu wenig, die grosse Zwischenzeit hat mich nicht überzeugen können, auch Storytechnisch leider nicht.

Ansonsten ist der Film ein gewohnter Miike: Mal schräg, mal brutal, mal kitschig, mal übertrieben, mal ernst, mal fast schon lächerlich... Dies auch der Grund für mich, den Film trotz seiner zum Teil recht langen Passagen als wirklich guter Film bezeichnen zu können, der aufgrund seines Schlusses bei mir nochmals richtig auftrumpfen konnte.

Miike-Fans werden diesen Schinken wohl schon lange gegessen haben, allen anderen Fans aussergewöhnlichen und vielleicht auch gewöhnungsbedürftigen Filmen ist dieser Streifen jedenfalls zu empfehlen. Mainstream-Geniessern wird er mit Sicherheit nicht gefallen...

7/10 Punkte

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