Review

Takashi Miike beweist uns, das er einer der Besten, ja wenn nicht DER Beste Regisseur ist, den Fernost derzeit zu bieten hat ... Nach der knapp 7-minütigen, schwindelerregenden Anfangssequenz, in der wir unter anderem zu sehen bekommen, wie ein Schwuler die Kehle durchgeschnitten bekommt, während er grad auf einem öffentlichen Klo seinen Freund "beglückt", geht der Film es ruhiger an und zeigt uns eine immer unterhaltsame Geschichte über den armen, unterbezahlten Cop der Probleme zuhause hat und den kaltblütigen Gangster, der scheinbar ausser für seinen Bruder keinerlei Gefühle kennt.
Miike wäre nicht Miike, würde er im Verlauf dieser Story nicht die ein oder andere schockierende Szene einbauen.
Achtung, vielleicht Spoiler!
Unser armer Cop ist scheinbar in der Wohnung eines Informanten...dieser hat grad schwer zu tun, einen Tierporno zu drehen ... hektisch versucht er, seinen Köter auf seine Freundin zu hiefen. Ein anderer macht Fotos davon. Den Cop interessiert das alles garnicht. Alles was er zu sagen hat ist: "Aber mich fotografierst du nicht!!" Er hält sich die Hand vor´s Gesicht.
Oder ein Mitglied der Gang unseres Fieslings...ein körperbehinderter junger Mann, der einen Teil Diebesbeute mitgehen lässt um seine Mutter zurück nach China zu schicken....Pech nur, das seine "alten Freunde" schon vor der Tür stehen. In einer minutenlagen Sequenz bleibt die Kamera auf einer Position und zeigt, die der arme Kerl verzweifelt versucht zu erklären, das er "nicht bescheißen wollte" .... schließlich versucht er verzweifelt wegzurennen ... und wird prompt von hinten erschossen.
Die härteste und schockierenste Szene des genialen Streifens ist jedoch jene, in der die scheinbare Freundin unseres Bösewichts von einem ominösen Yakuza-Boss "bearbeitet wird".
Sie liegt in einem Kinder-Swimming-Pool und hat, so erfahren wir vom Yakuza-Mitglied, mehrere Einläufe verpasst bekommen .... obendrein hat man sie bis zum Anschlag mit Drogen vollgepumpt.
Sie liegt also in diesem kleinen, aufblassbaren Pool.....dieser ist bis zum Rand voll mit......der Einlaufflüssigkeit und den Exkrementen der Frau. Vollkommen weggetreten liegt sich mit offenen Augen da.
Nach einem mark-erschütternden Monolog des Triaden-Bosses steht er letzten endes auf und ertränkt die Junge Frau in ihrer eigenen Scheisse.....das kann ich genauso krass sagen, weil es genauso krass IST.

Das Finale von Miike´s Achterbahnfahrt setzt dem Ganzen dann die Krone auf. In mehreren Reviews las ich Sachen wie "Vollkommen übertrieben" und "fantasyartig".
Ja....das trifft zu. Ich verrate natürlich nichts...man MUSS es einfach gesehen haben. Einer dieser finalen Kicks, bei dem man erstmal ruhig den Abspann durchlaufen lässt und deutlich nachdenkend und total ungläubig zurückbleibt .... garantiert!!

Miike ruled völlig ... wer seine Filme nicht versteht oder anerkennt, der sollte auch keine Kritiken zu seinen Werken schreiben.

In diesem Sinne,
guten Abend ;-)

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