Review

Achtung: VORWARNUNG!

1. 70er Schundfilm
2. Bruno Mattei
3. Nazi - Exploitation

Wer spätestens jetzt noch nicht zurückschreckt und das Lesen abbricht, kennt entweder Bruno Mattei nicht oder weiss nicht was ein Nazi - Exploitation Film ist. Mit Schmuddelfilmen der 70er kann wohl ziemlich jeder etwas anfangen. Bruno Mattei, ein zurecht, vielkritisierter Vielfilmer aus Italien, versuchte wie so oft mit seinen Plagiatfilmen, auf existierende Hypes und Trends aufzuspringen. Das Zombiegenre bereicherte er mit HÖLLE DER LEBENDEN TOTEN, in dem er nicht nur den Score von DAWN OF THE DEAD verwendete, sondern auch komplette Szenen einfügte. Mit den zwei LAURA - Verfilmungen, beendete er die von Joe D'Amato begonnene Black Emanuelle Serie. Mit ROBOMAN und CONTAMINATOR lieferte er Ende der 80er seine ROBOCOP und TERMINATOR - Interpretation ab. Und ich muss ehrlich sagen, ich kenne keinen Film von ihm, der ansatzweise filmische Qualitäten aufweisen könnte. Bruno Mattei, ist einer dieser Regisseure die mit jedem Werk Gülle abliefern. Unterhaltsame Gülle, da es so schlecht ist, dass man sich trotzdem irgendwo unterhalten fühlt. Ähnlich ergeht es mit SS GIRLS, ein Film, der eigentlich beabsichtigt die wirren, obszönen und widerwärtigen Perversionen der Nazis einzufangen, verkommt zur kompletten Klamaukinszenierung.

Irgendwann während des 2. Weltkrieges bestellt ein fanatischer SS - Mann 10 Huren auf sein Anwesen, um diese einer Zucht zu unterwerfen. Völlig gebändigt sollen sie das Spielzeug für die irren Sexfantasien der Wehrmachtsoffiziere darstellen. Was man erst später erfährt, ist, dass Herr Schellenberg, der fanatische SS - Mann, die Prostituierten dazu benutzt, die willigen Offiziere als Verräter zu entlarven und auszuspionieren. Neben diesem Grundgerüst als Story, gesellen sich weitesgehend unästhetische, uninspirierte und absolut sinnfreie Orgien, in denen klischeebehaftete Uniformträger an den Nutten rumspielen, rumlecken und diese auspeitschen. Das Ganze wirkt weder anregend, ist nicht ansatzweise schockierend und unterhalten tut es in keinster Weise. Atmosphäre kommt hier selten auf, ein paar schöne Kulissen und Kamerawinkel können überzeugen, versinken aber in der Talentfreiheit der Darsteller, die so manche unfreiwillige Lacher hervorrufen. Dramatisch ist hier wenig, bis rein gar nichts, wenn man bedenkt, das Bruno Mattei hiermit schockieren wollte, ist das der nächste Lacher wert. Von äußerst unterhaltsamen Wert sind auch die tollen, schönen deutschen Namen. Von Hans, Eva, Inge und Helga ist hier alles dabei. Der deutsche Schäferhund darf natürlich auch nicht fehlen, wenn auch nur als Sexspielzeug der schlechtfrisierten und unrasierten Nutte. Das Ende ist kläglich mies bis nahezu belanglos. Jeder der Offiziere erschiesst sich oder sie geben sich gegenseitig die Kugel, nachdem die Russen einmarschiert sind. Durchweg 90 Minuten voller Schwachsinn mit endguten Darstellern, viel viel Dramaturgie und einer Synchronisierung, die hätte besser nicht werden können. Achja, wer hier Gore erwartet, was ich auch tat, wird enttäuscht. Außer ein paar Schusswunden ist hier nichts zu sehen.

Fazit:

Matteis Interpretation von SALON KITTY ist nichtmal ansatzweise dramatisch, spannend oder aufmürbend. Die Inszenierung ist lächerlich, die Ideen banal und die Darsteller reiten den Film in die Tonne, inklusive grausiger Synchronstimmen.
Lieber ILSA - SHE WOLF OF THE SS oder die GRETCHEN - Filme schauen.
Das hier ist Zeitverschwendung, auch wenn einiges unfreiwillig komisch ist.

4/10

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