Review

Ich weine nicht, das ist die Nussallergie!!!


„Peanut Butter Falcon“ ist einer der Feel-Good-Movie des Jahres - und das ist absolut nicht doppeldeutig oder mit Hintergedanken gemeint. Denn dieses Abenteuer zweier Außenseiter fühlt sich echt an, berührt ohne kitschig zu sein und lässt jeden grauen Wintertag ein ganzes Stück wärmer wirken... Die Regisseure haben den Film Hauptdarsteller Zack Gottsagen auf den Leib geschrieben, was super nett und lieb ist, was jedoch auch schnell hätte schief gehen und zum Gimmick werden können. Ist es allerdings zum Glück überhaupt nicht und diese moderne Mark Twain-Geschichte funktioniert auf ganzer Linie. Kurz, knackig, knapp und effektiv. 

Erzählt wird von einem jungen Mann mit Down Syndrom, der aus dem (Alters-)Heim, in dem er unpassenderweise untergebracht ist, ausbricht und mit einem sich ebenfalls auf der Flucht befindlichen Krabbenfischer auf ein Abenteuer in Richtung Freiheit, Familie, Freundschaft macht... „The Peanut Butter Falcon“ kann man nur mögen. Wahrscheinlich sogar eher nur lieben. Ein wahrer Publikumsliebling ist hier gelungen, ohne Schleim, mit Charme und gaanz viel Herz. Es ist das Gegenteil einer Shia LaBeouf-Show, die Aufnahmen der heißen Sumpflandschaften vor Florida sind melancholisch-fein und der Soundtrack ist lyrisch edel und passt perfekt. Perfektes Indiekino zwischen Jarmusch, Waititi und David O. Russen. Der Film bleibt keine Minute zu lange, obwohl das Ende doch sehr plötzlich und abgehakt kommt und man gerne noch mehr der drei zueinander gefundenen Protagonisten sehen würde. Doch das, was man sieht, erfüllt einen. Vor allem hoffe ich, von Herrn Gottsagen in Zukunft noch viel mehr zu sehen und dass sein Traum, Schauspieler zu sein, kein einmaliger Gefallen unter Freunden war. Er und Shia LeBeouf wirken wirklich dicke und vielleicht kann der ihm in Hollywood ja ein paar Nummern und Connections klar machen. Zu gönnen wäre es ihm. Genauso wie dem Regie-Duo. Nicht nur wegen der ungewöhnlichen, herzlichen Entstehungsgeschichte ihres sensiblen Werkes, sondern weil dieser witzige Wrestlingwunsch einfach auch ein verdammt guter, wohltuender und menschlicher Film geworden ist. 

Fazit: ein wirklich süßer, kleiner, intimer Roadmovie irgendwo zwischen „Hunt For The Wilderpeople“ und „Little Miss Sunshine“. Schwitzig, simpel und schön. Tut gut. 

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