Review

Schon mal keine guten Vorzeichen, wenn das Cover mit Fehlinformationen um die Ecke kommt, denn Austin Reading war hier nicht als Regisseur, sondern als Schreiberling tätig und hatte dabei offenbar einen sehr schlechten Tag erwischt. Seinen Regieeinstand feiert ein gewisser DJ Red, der seine Turntables nicht gerade blutig hinterlässt.

Drei Mädchen und drei Jungen werden von einer Studentenverbindung gekidnappt und im Wald ausgesetzt. Doch irgendwann geraten die Aufgaben der Anwärter zum blutigen Ernst…

Der Stoff wird als eine Mixtur aus Horror und Comedy kategorisiert, wobei der komödiantische Anteil rein gar nicht funktioniert und deutlich weniger Gags aufweist als jeder andere Slasher, der er ja letztlich auch ist. Aber kein guter. Obgleich er zum Auftakt die Figuren nicht namentlich instruiert, sondern mal gleich die stereotypischen Zuordnungen von Spacko über Mauerblümchen hin zum Muskelprotz selbst vornimmt und damit einen ersten Lichtblick setzt. Dieser verdunkelt sich jedoch binnen weniger Minuten wieder.

Die Ausstattung ist weniger als zweckdienlich, denn als Kulisse dient ein austauschbarer Wald mit Lichtung und kleinem Zeltplatz nebst Lagerfeuer, an dem, man ahnt es, irgendwann „Wahrheit oder Pflicht“ witzlos durchgekaut wird. Die Dumpfbackendialoge nerven schon aufgrund der untauglichen Synchro und die Mimen bekleckern sich nicht gerade mit Ruhm, sondern mit einer überproportional großen Flasche Jack, damit sie auch jeder sieht.

Richtig peinlich wird es, als die angehenden Brüder und Schwestern über ihre jeweilige Motivation für die Studentenverbindung sinnieren, was die eigentliche Tragik des Unterfangens offenbart: Das Gespür fürs Timing fehlt völlig, ein Mangel an Drive macht sich früh bemerkbar und bis die erste Person das Zeitliche segnet, ist nahezu die Hälfte der Laufzeit aufgebraucht.

Über die Bedrohung mag man sich derweil seine eigenen Gedanken machen, denn diese wird zwar durch eine verzerrte Egoperspektive angedeutet und eine Szene mit Body Horror weist in eine bestimmte Richtung, doch eine wirkliche Klärung gibt es für das alles nicht.
Immerhin fallen zwei, drei CGI nicht gänzlich dilettantisch aus, doch auch in Sachen Splatter wird man nicht glücklich, denn über eine Enthauptung kommt man kaum hinaus, zumal sich die meisten Opfer in Blutstaub auflösen.

Hinzu gesellen sich zig Kontinuitätsfehler, die wahrscheinlich nur zum Teil bewusst gesetzt sind, was im Gegensatz zum Rest beinahe feinfühlig anmuten würde. So wandert ein Schienbeinbruch auch mal direkt um 180 Grad nach hinten oder verschwindet ganz, während strahlender Sonnenschein in der nächsten Einstellung in tiefschwarzer Nacht mündet.
Mehr als ein müdes Schmunzeln generiert so etwas auch nicht.

Insofern macht man nichts falsch dieses Debüt schlicht zu umgehen und die 77 Minuten sinnvoller zu nutzen. Der kaum vorhandene Score, die allenfalls zweckdienliche Kamera, leichte Bekleidung ohne nackte Tatsachen und eine schwammige Bedrohung ohne Suspense gleichen beinahe einem Softporno ohne die erotische Komponente.
2,5 von 10

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