Dass Hilary Duff nach einigen Jahren Abstinenz wieder eine Hauptrolle in einem Spielfilm bekleidet, ist vielleicht nicht unbedingt erwähnenswert. Dass ihre Tochter im Oktober 2018 geboren wurde, nur bedingt. Schwanger und erstmalig in einem Horrorfilm mitzuwirken ist eventuell ein wenig grenzwertig. Die hochschwangere Sharon Tate zu verkörpern, welche bekanntermaßen im August 1969 von der Manson Family ermordet wurde, ist…
Während sich Roman Polanski in London aufhält, kehrt Sharon Tate (Duff) auf ihr Anwesen in Bel Air zurück und ist von den Freunden Jay, Abigail und Wojciech und dem neuen Hauswart Steven umgeben. Doch kurz darauf plagen sie mörderische Visionen…
Der Stoff steigt mit einer angeblichen Vision von Sharon Tate im August von 1968 ein, welche sie einem Boulevard-Blatt übermittelt, was wohl den Ausschlag für Autor und Regisseur Daniel Farrands gab, der sich gerne mit Hintergründen von Horror-Ikonen beschäftigt. Nur ist Charles Manson alles andere als eine Ikone, sondern ein Serienkiller gewesen und bereits im Vorfeld war Tates Schwester Debra gegen den Stoff, zumal es solche Visionen nie gegeben haben soll.
Der ähnlich gelagerte Thriller „Wolves at the Door“ von 2016 war schon nicht sonderlich gelungen, doch er zeugte zumindest von Respekt gegenüber den Hinterbliebenen, was hier nur sehr bedingt der Fall ist. Polanski wird latentes Fremdgehen vorgeworfen und auch die besten Freunde laden beinahe zu wüsten Verschwörungstheorien ein. Zu allem Überfluss ertönt noch „Cease to Exist“ von Charles Manson, was im Zusammenhang mit einem geisterhaften Tonband noch zu den wenigen spannenden Einlagen zählt, jedoch einen bitteren Beigeschmack zufügt.
Dabei müht sich Duff redlich um Nuancen. Man nimmt ihr die Befindlichkeiten nach den schrecklichen Visionen durchaus ab und im Zusammenspiel mit dem schüchternen Hauswart kommt gar eine gewisse Herzlichkeit rüber. Einige Aufnahmen der geographisch geschickt veränderten Hollywood Hills sind definitiv gelungen und überhaupt ist dem Handwerk per se nichts anzukreiden.
Der Score von Fantom erzeugt eine latent bedrückende Stimmung und zählt ebenso zu den raren Highlights des dubiosen Unterfangens, welches spätestens mit den letzten zehn Minuten vollends ins Esoterische abdriftet und mit Fragen über Schicksal und Vorherbestimmung nur noch pietätlos anmutet. Eine kurze Umrundung des Hollywood Signs macht es nur noch schlimmer.
Eigentlich ist durch die Forensik bereits alles aufgeklärt und obgleich ein kurzer Blick auf das Drehbuch von „Rosemaries Baby“ nicht zu übersehen ist und in Tates Biografie „Zwölf plus eins“ „Die schwarze 13“ ergeben müsste, sollte man sich eher an die Fakten halten und damit bestenfalls Spannung erzeugen, anstatt einen auf plumpen Macabros zu machen.
3 von 10