Mittlerweile reiht sich John Travolta in die Riege von Nicholas Cage und Bruce Willis ein, die für etwas Kohle allenfalls zweckdienliche Leistungen abliefern und überwiegend in Low Budget Produktionen mitwirken. „Burning Speed“ wäre schön gewesen, doch hier steckt schon früh etwas im Getriebe fest.
Sam (Travolta), einst erfolgreicher Rennfahrer, ist als Mentor für seinen Sohn Cam (Toby Sebastian) unterwegs, welcher die Saison wegen eines Motorschadens verliert. Kurzerhand wechselt er zum Rennstall des Erzrivalen Linsky (Michael Madsen), der mit Sam noch eine Rechnung offen hat…
Leider bilden die Autorennen nur Begleiterscheinungen eines Vater-Sohn-Konflikts, bei dem es um Anerkennung, Tradition und Loyalität geht. Bei Sam und Cam macht es Bamm, doch das unausgegorene Drehbuch verhindert emotionale Spitzen bis auf eine Szene, welche zugleich die einzig dramatische im kompletten Film darstellt.
Überdies fühlt sich die Geschichte so an, als würde sie irgendwo in der Mitte einsteigen, als Sam und Nachbarin Becca (Shania Twain) beim Picknick am See sitzen. Seit wann die sich treffen, wie sie sich kennen lernten und was sie eigentlich verbindet, erfährt man nicht. Teilweise werden Hintergründe (wie der tödliche Unfall der Ehefrau) nachgeliefert, andere werden nie hinterfragt, wie die Rivalität zu Linsky, der sich für einen Antagonisten als relativ harmlos entpuppt.
Derweil entfaltet die Action nicht genügend Dynamik um Spannung zu erzeugen. Wiederkehrende Blickwinkel von wenig aufregenden Rennwagen, die im Schlamm ihre Ovale ziehen, - ohne den Stadionsprecher in Plauderlaune würde man zwischendurch den Überblick verlieren und auch hier punktet nur die oben erwähnte Szene.
Darstellerisch wird ein recht durchwachsenes Niveau geliefert: Travolta ist ein Schatten seiner selbst und performt auf mimischer Sparflamme, was durch den Vollbart erleichtert wird. Gleiches gilt für Madsen, der seit Jahren unmotiviert durch diverse B-Filme eiert. Shania Twain bringt zwar eine positive Ausstrahlung mit, doch für bedeutende Rollen empfiehlt sie sich nicht. Besser verkaufen sich Toby Sebastian als Filmsohn und Kevin Dunn als sympathischer Sidekick.
Der Streifen folgt formelhaften, oberflächlichen Mustern und fällt während des Showdowns lediglich durch Unwahrscheinlichkeiten auf. Mit spannenden Einlagen ist es nicht weit her, die Chose bleibt vorhersehbar und weitgehend substanzlos und verzichtet zudem nahezu komplett auf Humor. Sollte das Travoltas need for speed sein, sollte er so langsam an die Rente denken…
3,5 von 10