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Vati Scherzer ist Bibliothekar, Witwer und hat fünf Töchter zu versorgen. Der Haushalt fällt schwer, weil er ständig auf Arbeit ist und die älteren Mädels haben Arbeit, Jungs oder Musik im Kopf. Da kommt es ihm gar nicht recht, dass er beim Jugendamt aufgrund der verlotterten Zustände angezeigt wird.


Das ist ein Musterbeispiel des deutschen Nachkriegskinos, in dem eine quasi heile Welt suggeriert wird, voll zugeschnitten auf Heinz Erhardt, der trotz aller Mängel des Films mit seiner Art immer knuffig und liebenswert ist. Damals mag das für das durchschnittliche deutsche Publikum, wie es zum Beispiel mein Vater war, der Heinz Erhardt und Peter Alexander liebte, genau richtig gewesen sein, aus heutiger Sicht aber geht das nicht mehr so gut.

Das Problem des Films sind nicht die Späße, die teils wirklich herzig sind, sondern die bisweilen wenig versteckten Messages, die aber freilich dem Zeitgeist geschuldet sind. So hat der Mann in der Küche und bei der Haushaltsarbeit nichts verloren, das kann der Mann eh nicht, denn das ist Aufgabe der Frau. Und natürlich muss sich eine Frau um die Kinder kümmern, das kann der Mann auch nicht. Dafür muss die Frau dem Mann aber seinen Freiraum lassen, darf ihn nicht bedrängen um muss ihm überhaupt quasi zu Diensten sein, auch wenn er mal schreit und beleidigt. Das ist ja nur der Stress. Dem Mann die Welt, der Frau Küche, Kinder, Keller. Und das zeigt sich auch noch darin, dass gefühlt alle Frauen nur darauf aus sind, geheiratet zu werden und nur arbeiten, wenn sie Witwe sind und nicht anders können. Das ist schon echt starker Tobak, der damals verbreitet wurde.

Zum Schmunzeln ist dagegen die (vermutlich) selbst für die 50er Jahre arg weltfremde Annahme, dass das Jugendamt aufgrund einer Anzeige, ein Witwer würde mit seinen fünf Töchtern nicht zurechtkommen, eine Haushaltshilfe schicken, die im Übrigen selbstredend hofft, von eben jenem Witwer geehelicht zu werden.

Aber einige der Eskapade und vor allem die hübsch konstruierten Versprecher von Herrn Erhardt sind aber wirklich unterhaltsam. Die kleinste Tochter ist zuckersüß und das Ensemble ist eh sehr sympathisch. Selbst die beiden Gewitterhexen aus der Nachbarschaft sind unterhaltsam.


Nette Erhardt-Komödie, damals sicher harmlos, heute nicht mehr, insofern eher schlecht als recht gealtert. Kann man die Kritikpunkte ignorieren, bekommt man aber eine nette kleine Komödie ohne Tiefgang serviert. Und Heinz Erhardt ist einfach sympathisch.


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