Review

Die Zombieblumen-Gruppe


Wer baut einen Streichelzoo neben eine Militärbasis?! Na, die Schreiber dieser romantischen Zombie-Komödie, in der sich eine tolle, musikalische Kindergärtnerin mit ihrer knuffigen Klasse auf eben diesem Gelände wiederfindet, das plötzlich wenig überraschend von hungrigen Zombies überlaufen wird... „Little Monsters“ brachte mich ein paar Mal mild zum Lachen - doch von einer klasse Komödie würde ich nicht sofort sprechen. „Little Monsters“ pumpte ein paar Mal kurz meinen Puls hoch und liefert sogar ein wenig (zombieüblichen) Splatter - doch im Horrorgenre befindet man sich deswegen nicht direkt oder nur peripher. Ist die Beißer-Rom-Com deswegen also fehlgeschlagen? Ganz und gar nicht! Denn der (manchmal ein wenig holprig erscheinende) Genremix voller Überraschungen und Herz hat noch weit mehr auf seiner Habenseite als nur sein „Enttäuschen“ solch eines Schubladendenkens. 

Lupita Nyong'o zeigt hier mal wieder, warum sie ala Barbara Steele oder Jamie Lee Curtis eine zukünftige Horrorikone und -göttin werden könnte - man kann sie nur lieben und ich hoffe, sie beehrt das Genre des Öfteren. Außerdem ist dieser Wandertag voller liebevoller Songs (von Taylor Swift zu den Hansons), unschuldiger Insider im Kontrast zu wildem Gefluche und bei weitem nicht immer politisch korrekt. Allein die Hauptfigur ist die meiste Zeit des Films ziemlich abgefuckt und blöd, was seinen (absehbaren) Bogen dann am Ende nur noch befriedigender wirken lässt. Dass er und nahezu alle anderen ausgewachsenen Dreibeiner während der knackigen 90 Minuten allesamt dumm, unfähig und arschig sind, kann allerdings nerven und etwas zu viel des „Guten“ sein. Lupita würde auch ohne diesen Kontrast genug Badass und Engel zugleich sein. Außerdem spürt man ab einem gewissen Punkt das geringe Budget durch langem Verharren an einem Ort und Josh Gads Charakter kann einem (beabsichtigt) tierisch auf den Sack gehen. Insgesamt ist „Little Monsters“ ein gelungener, (positiv) naiver und sonniger Datemovie und vor allem seine kleinen Darsteller kann man nur schnell ins Herz schließen - egal ob sie zum wiederholten Mal nach Mini-Golf schreien oder einfach nicht einschlafen können, wenn die Zombies sich ans Fenster drücken... 

Fazit: nicht unfassbar lustig und noch viel weniger gruselig, weder reine Komödie noch grausamer Horror - und dennoch ist „Little Monsters“ sehr süß, ehrlich, kurzweilig und irgendwie überraschend herzerwärmend. Was eine bezaubernde Frau Nyong'o und ihre Kindergartenklasse alles schaffen... Sicher kein „Shaun of the Dead“ oder „Zombieland“, aber dennoch mit ganz eigenem Rhythmus und Geschmack. Nett. Obwohl er fast eher ins Wohnzimmer als ins Kino passt. 

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