Review

Letzter Star im Mariengrab

Zwischen Panem und Pannen, zwischen Chaos und Kunst, zwischen Zuckerwatte und Peitsche, zwischen Sternchen und Schwachsinn, zwischen Genialität und Katastrophe - „Paradise Hills“ ist kein uninteressanter, dystopischer Potpourri. Etwas „Sucker Punch“, etwas „Coma“, etwas „American Horror Story“, etwas KI-Kuddelmuddel. Ein buntes und zumindest audiovisuell berauschendes Fest der Fragwürdigkeiten. Die Ausstattung, Kostüme und Ladies sind meist exzellent. Die Geschichte ist fragwürdig und viel flacher als sie selbst meint zu sein… Erzählt wird (ohne viel verraten zu können) von einer jungen Frau im „Paradies“ - einer futuristischen Heilanstalt bzw. Kurstätte der Zukunft, wo unter der Leitung der selbstbetitelten „Herzogin“ etwas faul läuft im exquisiten Staate Dänemark…

Eine Kuh für Wellness

„Paradise Hills“ ist ein schlechter Film. Aber er ist kein uninteressanter. Das Setdesign, die Kostüme, die Schminke, der Ansatz, die Damen, die Zeitepoche, der Genremix. Da ist viel drin - und da wäre dennoch viel mehr drin gewesen! Es gibt nette Ansätze und eine sensationelle Ausstattung, die Bildsprache ist fesselnd und den Frauen guckt man eigentlich gerne zu, egal ob Comedy, Drama, Horror oder Overacting. Und dennoch fällt „Paradise Hills“ für mich insgesamt mit Anlauf auf die hübsche Nase. Die Rädchen greifen nicht ineinander, die Geschichte ist in ihrer Auflösung nicht sehr originell, die Balance der Töne und Genres geht nicht auf, es wirkt wie eine ansehnliche Torte - jedoch gefüllt mit Nichts. Oder gar mit Schimmel. Und das schmeckt dann - mit einer gewissen Erwartungshaltung und Vorfreude - doppelt mies. „Paradise Hills“ ist ein Blender. Ganz fies, ganz schief, ganz schäbig. Und für mich absolut nicht auf dem Weg zum Kultfilm. Immerhin nur anderthalb Stunden kurz. 

Klonoa - Door To Blendermile

Fazit: opulent oder verpennt? Verkannt oder verrannt? Im Wohl oder hohl? Mumm oder dumm? Hülle oder Hoheit? Paradies oder Hölle? Kult oder Nullnummer? Tulpe oder Nulpe? „Paradise Hills“ ist jedenfalls vieles - aber immerhin nie wirklich langweilig! Die tolle Ästhetik und der nette Mysterygedanke hätten allerdings einen viel, viel, viel besseren Film, eine packendere Geschichte, eine cleverere Inszenierung verdient gehabt! Gut ist er so nie. Eher mau. 

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