Mit diesem Film schuf das holländische Regie-As Verhoeven einen der genialsten Actionfilme aller Zeiten. Die innovative Storyidee des Films hätte bei einer handwerklich so perfekten und rabiat-guten Action eigentlich gar nicht sein müssen, doch man gab sich alle Mühe damit, unter Verwendung edler Special Effects einen durch und durch aufwendigen Kracher voller Dramatik, Anspruch und Augenzwinkern zu machen.
In nicht allzu ferner Zukunft liegt ganz Detroit in der Hand eines privaten Konzerns namens OCP, die somit auch die Institutionen wie die Polizei mehr oder weniger im Griff hat. Streifenpolizist Murphy (genial gespielt von Peter Weller) wird bei einem Einsatz erschossen (erschossen ist in dem Falle gar kein Ausdruck!). dadurch landet er als Versuchskandidat des Robocop-Projekts auf dem Seziertisch von OCP, die ihn in einen Prototypen eines Cyborg-Polizisten verwandeln, der nun unbesiegbar in den Straßen von Detroit aufräumt. Doch sein Entwickler, der durch seine Idee in der Firma hoch angesehen wird, hat mächtige Feinde, und hinzu kommt, dass Murphys Erinnerungen und sogar Emotionen nicht vom System gelöscht wurden...
So entstand ein Hammerharter Actionfilm mit SciFi-Elementen, der zur damaligen Zeit rasch auf dem Index landete, weil viele Szenen überaus brutal gerieten. Dass Verhoeven generell nicht mit Blut geizt, beweist auch der Director´s Cut, der in der Trilogy auf DVD erschienen ist (Geheimtipp!). der Film wurde zum Vorbild von Tausenden anderen, nicht nur der beiden Sequels und der Serie. Teil 2 ist noch ganz ordentlich, doch ansonsten kommt kein Film der Manier auch nur in die Nähe dieses Streifens. Die Musik von Basil Poledouris („Conan“) ist Ehrfurcht gebietend und verleiht dem Film die richtige, klangvoll - harte Note. Darüber hinaus enthält der Film zahlreiche kritische Botschaften, die unter anderem durch die überzogene Darstellung des bürokratischen Konzerns OCP zur Geltung kommen, der seine Macht über zu viel ausgedehnt hat, während er mitunter von skrupellosen Verbrechern geleitet wird. Auch die Gefühlsmomente, in denen sich Murphy an seine Familie erinnert sind gut gelungen, weil nicht zu aufdringlich respektive intensiv in Szene gesetzt. Gepaart wurde all das mit einem guten Schuss augenzwinkerndem Humor, der bewirkt, dass man den Film nicht zu ernst nehmen sollte, ohne dabei die angesprochenen sozialpolitischen Probleme des Landes und das Unheil der Welt zu vernachlässigen. Diese werden aufwendig in Nachrichtenprogrammen gezeigt, die in den Film eingebettet wurden und mitunter ein exzellenter Beweis für den eleganten Schnitt des Films sind.
Robocop ist Action-Allgemeinbildung. Harte, schnelle, effektreiche und anspruchsvolle Kost der Achtziger. Höchstnote.