Ich weiß zwar nicht, ob es gut ist ausgerechnet als Erstreview einen Lieblingsfilm zu beschreiben, aber ich versuchs!
ROBOCOP...
...ist brutal, spannend, humorvoll, sozialkritisch, zynisch, schnell, futuristisch, bedrückend. Kurzum: Der Film ist genial!
Aber der Reihe nach.
Die Story:
Detroit in der Zukunft. Heruntergekommen. Verarmt. Kriminell. OCP, ein omnipräsenter Megakonzern, dem Macht alles bedeutet und dessen eigener Vorteil sämtliche Mittel rechtfertigt, plant eine Megastadt "Deltacity". Bei den Bauplänen stört die alte Stadt mit seiner armen Bevölkerung. OCP verwaltet und kontrolliert die Polizei in der Stadt. Die hat einen hoffnungslosen Kampf auszustehen. Zum einen ist da die ausufernde brutale Kriminalität, der mehr und mehr Polizisten zum Opfer fallen. Zum anderen ist OCP, die aus eigenen Interesse die Cops schlecht bezahlt und immer weniger unterstützt. Es droht Streik. In dieser unsicheren Phase will OCP seinen Prestigeprojekt, dem ED209-Kampfroboter als Allheilmittel gegen die Kriminalität auf dem Markt bringen. Jedoch schlägt das System in einer internen Vorführung massiv fehl. Es schlägt die Stunde eines anderen OCP-Entwicklerteams: Bob Morton kann als Ersatz einen "ROBOCOP" anbieten, eine Mischung aus menschlicher intelligenz und physis einer Kampfmaschine. Ein interner Wettlauf zwischen den Abteilungen beginnt.
In dem Polizeiquartier wiederum meldet sich ein neuer zum Dienst, Axel Murphy, der einen ermordeten Kollegen ersetzen soll. Leider kommt er auch nicht weit: Auf seiner ersten Einsatzfahrt mit seiner Kollegin Anne Lewis wird er vom sadistischen, brutalen Clerance Boddiker und seiner kriminellen Bande getötet, als beide versuchen die Bande in einem Industriekomplex nach einem Überfall zu stellen. Die Ärzte können nichts mehr tun, somit hat dank Patientenverfügung, dass mit Eintritt des Todes die Überreste automatisch in OCP-Besitz übergehen, Bob Morton endlich die "menschlichen Bauteile" für Robocop. Der fertig entwickelte Robocop arbeitet perfekt: Rund um die Uhr, für jeden Einsatz geeignet, streng nach Direktiven. Ohne jegliche Erinnerungen. Doch als er Lewis zufällig begegnet ändert sich alles...
Der Film...
...ist eine Mischung aus Actionkino, bedrückender Zukunftsvision und zynischer und satirischer Gesellschaftkritik. Eine Mischung die so ganz schnell hätte in die Binsen gehen können, aber perfekt inszeniert wurde. Die Actionszenen sind mitreißend und gut geschnitten. Die satirischen Seitenhiebe besonders auf die amerikanischen Medien und die Gesellschaft sind genial. Man denke nur an die Autowerbung: "Eine amerikanische Tradition. 6000 SUX - Weil größer einfach besser ist!" Wenn man sich den Hummer heutztage anschaut, wird einem klar, dass Verhoeven da Visionär war. Auch andere Dinge zeigen, wie bedrückend die Wirklichkeit die Fiktion eingeholt hat: Wenn ich mir OCP so ansehe, werde ich bereits an Gazprom erinnert. Gazprom strebt an um jeden Preis an, die größte Firma der Welt zu werden...
Auch die Medien bekommen ihr Fett weg: Mord und Totschlag in Nahaufnahme, wieder irgendwo ein paar Tote. CUT! Harmonie-Werbung! Schöne Neue Medienwelt, und leider so real, wenn man BLÖD&Co aufschlägt oder die Privatsender sieht. Sensation um jeden Preis! Und man denke an Detroit. Die Stadt ist mittlerweile auch von Massenarbeitslosigkeit geplagt und längst nicht mehr die Vorzeigeindustriestadt wie es vielleicht in den 80er war. Auch hier hat man viel Weitsicht bewiesen.
Die Stimmung, die der Regisseur mit der Stadt und der Zukunftswelt einfangen wollte ist ihm auch gelungen. Die krassen Gegensätze zwischen den piekfeinen, sterilen OCP-Tower und der alten Fabrikgelände bzw. den verdreckten Strassen reißen einen mit. Der sehr gute Soundtrack trägt seinen Teil zu der Stimmung mit bei.
Die Schauspieler...
...passen in die Rollen rein, als wenn sie dafür geschaffen wurden. Ob Peter Weller als Robocop, der langsam seine Menschlichkeit wiedererkennt, Nancy Allen als Officer Lewis, die ihm zur Seite steht, Ronny Cox als brutaler Vizepräsident Richard Jones, der für den Erfolg seines ED209 im wahrsten Sinne des Wortes über Leichen geht oder Kurtwood Smith als sadistischer und kaltblütiger Killer. Die Charaktere überzeugen. Genau wie die deutschen Synchronstimmen, die passen wie die Faust aufs Auge. Ich hätte mit Sicherheit Schwierigkeiten, wenn ich diesen Film im Original sehen müsste, da die ein oder andere Originalstimme, sicher nicht zum Charakter passt. *fg*
Fazit:
Der Film ist unheimlich brutal. Das ist aber zum Glück nicht das Einzige was ihn ausmacht. Er hat düstere Elemente, sozialkritische Momente, eine gute Prise Humor. Eben vieles was einen Verhoeven-Film so auszeichnet. Und eben die Mischung, vor allem in der Perfektion, die einen Kultfilm ausmacht. Man kann Action pur genießen, sich an den Gags erfreuen, oder versuchen zu ergründen, wann Murphy sich selbst wieder bewußt wird. Perfekte Mischung.
Meine Meinung dazu:
"Das kauf ich für nen Dollar!"