Dass Paul Verhoeven nicht gerade eine zimperlicher Zeitgenosse ist, hat er uns schon mit vielen Werken wie zum Beispiel "Starship Troopers", um nur mal ein bekanntes zu nennen, bewiesen. Mit "RoboCop" machte er sich nicht nur einen Namen in Hollywood, sondern ihm gelang mit diesem futuristisch angehauchten Actionfilm auch ein Klassiker der Filmgeschichte.
Den vielleicht einzigen größeren Schwachpunkt stellt eigentlich nur die Story dar, denn diese bietet außer dem fiktiven Cyborg-Polizisten nicht unbedingt viel neues. Im weiteren Verlauf des Filmes sehen wir dann nämlich nur einen Blechmann, der quasi seinen eigenen Tod rächen will. Und die Handlung um das Thema Rache, wo nicht selten ein Cop im Mittelpunkt steht, stellte schon 1987 nichts besonderes mehr dar.
Ansonsten scheute sich Verhoeven auch nicht, gesellschaftliche Aspekte, die zu dieser Zeit ein Thema waren, in den Film mit einzubringen und zu kritisieren. Die typischen Charaktere dieser Zeit kommen übrigens prima rüber. Übrigens dafür, dass "RoboCop" eigentlich ein Actionstreifen ist, machen die Darsteller allesamt eine gute Figur. Und gute schauspielerische Qualitäten bei einem Film dieses Genres zu Gesicht zu bekommen, ist nun wirklich keine Selbstverständlichkeit.
Kritik übte man im Film aber nicht nur an der Gesellschaft und ihren damaligen Charakteren aus, sondern auch an der Polizei, die sichtlich überfordert wirkt und machtlos in einer Stadt, wo Verbrechen geboren wurde, zu seien scheint. Obwohl man damit eigentlich gar nicht einmal die Polizisten ansprechen kann, welche verzweifelt ihre Arbeit taten, sonder eher die hohen Tiere der Stadt mit ihren Koksnasen meint, die der Polizei zu wenig Zuschüsse gaben.
Wie schon erwähnt, schreckt Paul Verhoeven nicht zurück, zum Teil ziemlich brutale Bilder an den Mann zu bringen. Man möge da nur einmal an Murphys Tod denken, der mit dem Wort "Exekution" noch vergleichsweise milde ausgedrückt ist. Aber dies ist auch nur eine von vielen Szenen, die weichen Gemütern vielleicht auf den Magen schlagen könnte. Sicherlich sind diese angesprochenen deftigen Bilder ein Grund dafür, dass es so lange dauerte, bis in Deutschland eine ungekürzte Fassung auf den Markt kam.
Die weiteren unblutigen Trickeffekte können sich auch sehen lassen. Bloß an den Animationen des Kampfroboters (Ich glaube, der heißt irgendwie ED 209), der für die Armee hergestellt wird, gibt es Mängel. Diese Animationen wirken nämlich sehr künstlich und laufen der heutigen Zeit deutlich hinterher. Die Tatsache, dass dieses Ding schon fast tierähnliche Geräusche von sich gibt, die sich ziemlich nach Dinosaurier anhören, fand ich etwas zu übertrieben.
"RoboCop" ist ein Actionklassiker, der teilweise auch mit sehr harten Szenen aufwartet. Nichts desto trotz sollte jeder diesen Actionknaller einmal gesehen haben. Bei Filmfans darf der Streifen natürlich auf keinen Fall in der privaten Sammlung fehlen.