Review

Paul Verhovens 1987er Hit "Robocop" gilt noch heute als Actionreferenz und geniesst aufgrund der ultraharten Gewaltdarstellungen mit einigen fast schon "splatter"-artigen Elementen und den entsprechend über lange Zeit enorm geschnittenen deutschen Varianten immense Popularität.

Der umstrittene, aber immerhin meist unbeeinflussbare und stringent-konsequente niederländische Regisseur Paul Verhoven begründete mit "Robocop" vieles, was er in späteren Produktionen ( wie u.a. die qualitativ sehr guten "Total Recall" und "Starship Troopers" ) weiterführen würde:
Leichte Zukunftsorientierung mit starken Science-Fiction-Elementen, übertrieben harte, auf physische Gewalt hinorientierte Action, bis ins ironisch - zynische überzogene Darstellung vieler Charaktere und des sozialen, politischen und ökonomischen Umfelds, satirische und gesellschaftskritische Komponenten wie Fernsehbeiträge und Werbungen; die Umgehung oder bewußte Nutzung mancher Holzhammerklischees dabei bleibt meist gelungen und selten ist sie störend.

Bei "Robocop" wird in einer korrumpierten, nicht allzu fernen Zukunft nun ein symphatischer Cop übelst zusammengeschossen und mittels den Errungenschaften aus Medizin und Technik zum halbhumanoiden Gesetzeshüter - Cyborg umgebastelt.
Der kämpft nun gegen das Verbrechen, schlägt aber einen eigenen Rachefeldzug ein, als er sein Erinnerungsvermögen wiedergewinnt und beseitigt letztlich so eine korrupte Verschwörung.

Mit, wie bereits erläutert, vielen satirischen, ironischen und vom Regisseur bewußt stark übertriebenen ( auch bei der Größe der klaffenden Einschusswunden... ) Komponenten zelebriert der Film nun ein handwerklich ansehnliches und ultrahartes Actionspektakel, bei dem nur einige alterbedingte Stop-Motion-Effekte nicht ganz gefallen wollen, versetzt mit einigen coolen One-Linern; der Höhepunkt ist da sicherlich der Auflösungsgag am Ende, ich sage nur: " 'Sie sind gefeuert!' - 'Danke.' ...WUMMM..."

Sowohl damals als auch nach aktuellen Maßstäben ist "Robocop" bei alledem sicherlich kein filmisches Meisterwerk, Verhoven verbrachte keine Wunder, dafür sind Inszenierung und Drehbuch noch zu grobschlächtig, vieles wirkt etwas unausgewogen, die darstellerischen Leistungen sind meist auch allenfalls passabel, tatsächliche Spannung kommt selten auf.

Aber "Robocop" ist und bleibt gelungenes, unterhaltsames, vielleicht etwas geschmacksabhängiges, feines Actionkino mit netten witzigen Untertönen.

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