Review

Paul Verhoevens fiese Zukunftsvision, in der ein ehemals menschlicher Polizist zum Cop-Cyborg umfunktioniert wird, schuf eine der kultigsten Science-Fiction-Figuren überhaupt.

Die Story: Die Stadt Detroit ist von Verbrechen gebeutelt, die Cops sterben auf der Straße, auch durch die Hand des Gangsters Boddicker (Kurtwood Smith). Der ansässige Rüstungskonzern OCP plant die Einführung eines kybernetischen Polizisten. Der bei einem Einsatz eigenlich verstorbene Murphy (Peter Weller) wird für das Programm zweckentfremdet und zum "RoboCop" umfunktioniert. Während OCP-Mitglied Jones (Ronny Cox) inszwischen andere Pläne verfolgt, erkennt die Polizisten Lewis (Nancy Allen), dass ihr ehemaliger Kollege unter der Bleckhaube steckt.

"RoboCop" reiht sich perfekt in den 1980er Film und das Sujet der künstlichen Intelligenz ein, dessen Darstellung damals (wie auch heute) eine Reihe von Filmen behandeln.
Was ich bei "RoboCop", um mal mit den Negativen zu beginnen, schade finde, ist, dass der Film im Vergleich zu anderen Genre-Kollegen wie "Blade Runner" oder "Terminator" zu wenig Dystopie bietet. Wir haben zwar einen beherrschenden Konzern und neue Techniken, aber bei der Laufzeit von 93 Minuten (ohne Abspann) wäre in meinen Augen deutlich mehr Gesellschaftskritik dringewesen. Es muss keine komplexe Zukunftsvision im Stile eines "1984" sein, aber Verhoeven hätte ruhig noch etwas mehr auf die Verstrickungen der Konzerns eingehen können.
Was bei "RoboCop" einen heute noch feiern lässt, ist zum einen die geniale Mediensatire, die sich innerhalb des Films verbirgt und auf das Reißerische vor allem des Fernsehens anspielt. Der "Nukem"- Werbespot ist sowieso längst ein Klassiker.
Ebenfalls mehr als gelungen sind die Effekte des Films. Zwar hat man sich in einigen Szenen der alten Stop-Motion-Technik bedient, die durchaus angestaubt ist. Aber wie auch bei "Terminator" sind die Effekte mit viel Liebe hergestellt worden. Insbesondere Rob Bottins Arbeit (und die seiner Kollegen) ist mehr als lobenswert.

Während die Story in meinen Augen ein wenig zu kurz kommt, lässt es der Film ansonsten richtig krachen. Die Action ist auf jeden Dall mehr als sehenswert. Die Schießerei in der Drogenfabrik ist ebenso toll gefilmt wie die Verfolgungsjagd am Ende. Dass den ganzen Film, in Verbindung mit den Actionsequenzen, dann noch dieser böse Humor durchzieht, rückt die Action noch mal in einen anderen Blickwinkel. Allein der fast schon legendäre Auftrakt mit dem ED-209 ist so unfassbar fies und brutal, dass die Indizierung des Streifens nicht lange auf sich warten ließ.

Die Darsteller in "RoboCop" sind ausgesprochen gut. Peter Weller steckt zwar über weite Strecken des Films in einem Kostüm, macht seine Sache aber sehr gut. Besonders physisch war er sehr gefordert, schwitzte er doch täglich mehrere Liter Wasser unter dem Blechkleid.
Nancy Allen kommt im Film ein bisschen zu wenig Screentime ab, was sie blasser wirken lässt als ihre männlichen Kollegen. Trotzdem macht sie einen guten Job.
Herausragend sind, einmal mehr, die Antagonisten. Kurtwood Smith spielt den psychotischen Copkiller mir sichtlichem Genuss, auch Ronny Cox ist schön fies und kann ganz überzeugen. Auch die restlichen Darsteller, insbesondere aus Boddickers Gang, sind klasse.

Fazit: Mit "RoboCop" bietet Verhoeven eine durchweg spannende Geschichte, die aber Luft nach oben gehabt hätte. Was den Film auszeichnet, ist die Top-Action, gelungene Effekte und dieser kongeniale subversive Humor.

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