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Bei Paul Verhoevens „Robocop“ klingt die Inhaltsangabe wie eine „Terminator“-Kopie, aber wer ihn sieht, wird anders denken. Verhoeven legte mit diesem Sci-Fi-Thriller den Grundstein für spätere Werke wie „Starship Troopers“ und „Total Recall“, da er brutale Action, eine hintergründige Story und zynische Kritik an der Gesellschaft zu einem atemberaubenden Ganzen vermischt.

Legendär wurde „RoboCop“ durch einige hammerharte Szenen, wie die Erschießung Murphys, die zweifellos zu den schockierendsten der Filmgeschichte gehört oder auch das Zersieben eines Menschen während einer Konferenz, wo man als Zuschauer am wenigsten damit rechnet. Brutalität ist aber niemals Selbstzweck, sondern dient nur dazu, sämtliche Schattenseiten einer solchen Zukunft aufzudecken. Anders als die etwas angegrauten Spezialeffekte genießen die Gewaltausbrüche noch heute einen kaum erreichten Stellenwert, wenn es darum geht, den Zuschauer zu schocken.
Doch der Film spart auch nicht mit nachdenklichen Szenen, die ebenso eindrucksvoll sind, etwa wenn sich Polizistin Anne um den in einen Cyborg umfunktionierten Murphy kümmert.

Fraglich, welchen Status „RoboCop“ heute ohne die Brutalitäten hätte, möglicherweise würde er „nur“ als tolle Fiktion eine Randerscheinung im Genre darstellen, was sämtlichen TV-Ausstrahlungen und gekürzten Fassungen ein wenig den Kultfaktor raubt. Doch dank der Unrated-DVD dürfen sich Fans harter und gleichzeitig intelligenter Reißer auch heute noch die Finger lecken, denn diese Gesellschaftskritik Verhoevens ist mit Abstand seine kompromissloseste.

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