Detroit in der nahen Zukunft. Die Polizei, Medien und weite Bereiche des öffentlichen Lebens sind privatisiert und gehören dem Multikonzern OCP (Omni Consumer Products).
Die Polizei ist mit der steigenden Kriminalität überfordert und wird auf den Straßen aufgerieben.
Der junge Polizist Alex Murphy, wird bei der Ausübung seiner Pflicht von dem Gangsterboss Clarence Boddicker und seiner Bande brutal ermordet.
Spezialisten von OCP erschaffen aus seinen Überresten den Superpolizisten Robocop. Halb Mensch, halb Maschine. Robocop räumt in Detroit auf, die Verbrechensrate sinkt und er ist der Held der Stadt. Doch sein menschliches Bewusstsein hat überlebt. Zusammen mit seiner Ex-Partnerin Anne Lewis begibt er sich auf die Suche nach seinem früheren Leben und seinen Mördern, welche ihn schließlich bis in die höchsten Chefetagen von OCP führt…
Nachdem das Konzept des Cyborg-Kampfroboters mit James Camerons Film “Terminator” (1984) große Erfolge feierte, war der Weg frei für weitere Vertreter dieses Genres. Im Jahre 1987 erschuf der niederländische Regisseur Paul Verhoeven “Robocop", welcher genauso wie “Terminator” zum Meilenstein des Actionkinos avancieren sollte.
Genre-Fans kommen hier voll auf ihre Kosten. Es gibt harte Shoot Outs, Explosionen und sehr blutige, fast comichafte Gewaltdarstellungen. Die Effekte der Prä-CGI-Ära wirken sehr realistisch und wissen auch heute noch zu überzeugen.
Die schauspielerischen Leistungen sind durch die Bank super. Peter Weller als Alex Murphy gefällt mir besonders gut. Gerade weil er nicht dem typischen 80er Actionheld Stereotyp entspricht. Seine Darstellung des Robocop ist ebenso gelungen, auch wenn er nicht auf Mimik zurückgreifen konnte. Die roboterhafte Körpersprache (der Anzug wog 15 Kilo) ist wirklich sehr gut umgesetzt.
Die musikalische Untermalung ist an vielen Stellen übertrieben heroisch, ergibt mit den ebenso übertrieben Gewaltdarstellungen aber ein rundes Gesamtbild.
Doch Robocop ist mehr als nur ein unterhaltsamer SciFi/ActionFim, sondern auch bissige Gesellschaftskritik.
Wiederkehrend werden, von der Handlung teilweise abgekoppelte Nachrichten und Werbeclips eingeschoben. Auch hier bedient sich Verhoeven wieder dem Stilmittel der Übertreibung. Mit Hilfe satirischer Überzeichnung wird die Welt gezeigt in der „Robocop“ angesiedelt ist. Eine dystopische Zukunftsvision. Die dadurch geübte Kritik an gleichgeschalteten Medien, Globalisierung und Machtstellung der Großkonzerne ist heute aktueller den je.
Robocop bekommt von mir eine uneingeschränkte Schauempfehlung. Aber nur im ungeschnittenen Directors Cut. Welcher Ende 2013 vom Index gestrichen wurde und nun frei (FSK 18) erhältlich ist.
10/10 Punkten