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Will man die Moral, die Leitprinzipien einer Firma, eines Unternehmens satirisch durchleuchten, liegt die Umsetzung einer rabenschwarzen Komödie durchaus nahe. Regisseur Patrick Brice („Creep“, „Creep 2“) lässt eine prekäre Situation leider nie so recht eskalieren wie einst der thematisch ähnlich gelagerte „Severance – Ein blutiger Betriebsausflug“.

Lucy (Demi Moore) lädt die Belegschaft zu einem Ausflug in die Abgeschiedenheit New Mexicos ein, um eine Höhle zu erkunden. Nach einem Beben wird der Eingang verschüttet, die Gruppe sitzt fest. Nach und nach treten nicht nur düstere Geheimnisse der Firma zutage…

Die ersten Minuten vor Antritt des eigentlichen Trips bebildern die Ecken und Kanten von Teamwork recht gut, indem die Belegschaft mithilfe weniger Hilfsmittel eine schwere Eisenkugel in eine dafür vorgesehene Form bugsieren soll. Kurz danach debattieren zwei junge Angestellte über eine in Aussicht gestellte Position, während Chefin Lucy zuvor mit einem Werbespott über essbares Besteck in Szene gesetzt wurde, was nicht ohne globale Umweltkritik vonstatten geht und recht treffend den Nerv der Zeit trifft.

Die Situation der Eingeschlossenen entwickelt sich leider nur schleppend und kaum einer lebensbedrohlichen Situation entsprechend. Anstatt auszuharren, wird erst nach Tagen nach einem alternativen Weg gesucht und so entwickelt sich der Charakter eines Kammerspiels, bei dem zwar einige herbe Probleme innerhalb des Unternehmens aufgedeckt werden, doch an die Substanz geht der Stoff kaum, selbst als Kannibalismus als letzte Form des Überlebens im Raum steht.

Hin und wieder zündet der schwarze Humor, etwa, als sich jemand als sexuell geWeinsteind betrachtet oder Britney Spears zu sich sprechen hört, weil das verletzte Bein zunehmend aufs Gemüt schlägt. Teile gehen allerdings deutlich unter die Gürtellinie und offenbaren eine gewisse Ideenlosigkeit, wenn sich zwei über die Norm übergeben, obgleich die Ursache eher hanebüchen erscheint. Immerhin funktioniert die Gruppendynamik einigermaßen, was einerseits am ordentlichen Timing und andererseits am Zusammenspiel der rund acht Figuren liegt.

Die mangelnde Mutlosigkeit zeigt sich letztlich auch am nicht allzu hohen Bodycount und dem geringen Maß an Blutvergießen. Würde man erwarten, dass sich die Beteiligten spätestens nach sechs Tagen aus nachvollziehbaren Gründen an die Gurgel gehen, dominieren im Verlauf Dialoge, denen es an Feinschliff mangelt. Den durchweg solide aufspielenden Mimen ist diesbezüglich kaum ein Vorwurf zu machen.

Am Ende wird zu wenig aus der Prämisse herausgeholt, der Stoff entfaltet nur ab und an boshafte Spitzen und bleibt zu harmlos, zumal dem Treiben eine klare Linie fehlt und zu oft mit Nichtigkeiten vor sich hin mäandert. Halluzinationen mit Zeichentrickeinlagen und Querverweise zu thematisch passenden Streifen wie „127 Hours“ und „Überleben!“ schaffen nur geringfügig Abwechslung, - die wirklich garstige Komponente fehlt ganz einfach.
5 von 10

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