Review

Wer seinen Streifen mit der polnischen Antwort auf die Reihe „Fast & The Furious“ anpreist, muss sich unweigerlich Vergleiche mit den Originalen gefallen lassen. Nicht von ungefähr konnte jeder der bislang neun Teile die entsprechenden Produktionskosten locker einspielen.
Die Regisseure Michal Otlowski und Daniel Markowicz starten ihr PS-Abenteuer jedoch mit latent angezogener Handbremse durch.

Kuba kümmert sich regelmäßig um seine kleine herzkranke Schwester, die dringend Geld für eine Operation benötigt. Als er die Gelegenheit erhält, an einem illegalen Straßenrennen teilzunehmen, nutzt er seine Außenseiterchancen. Doch nicht nur dem Wettveranstalter Jarosz ist er ein Dorn im Auge, nachdem Kuba mit dessen Tochter anbandelte…

Zwar dauert es nicht lange, bis Kuba mit dem ersten Rennen eingeführt wird und damit früh ein wenig Action ins Spiel kommt, doch das Timing erweist sich als nicht sonderlich effektiv. Die Kamera ist uninspiriert, es mangelt an Drive und auch die getunten Boliden geben nicht übermäßig viel her, zumal der Sound der Motoren nicht sonderlich hervorsticht.

Das Drumherum ist allerdings noch dünner, denn es geht nicht mehr als um kleine Intrigen und Verrat, um Allianzen, Freundschaften und Loyalität. Die Lager sind klar unterteilt, kleine Twists entpuppen sich als wenig kreativ und bei alledem ist nicht ein Funken Humor auszumachen, wodurch die komplette Angelegenheit stocksteif und lahm anmutet. Zwischen den Rennszenen entsteht somit eine Menge Leerlauf und entsprechende Langeweile.

Das liegt primär an den zwar tauglich performenden, aber wenig charismatischen Mimen. Weder die Fiesen noch die Helden können in irgendeiner Form Eindruck hinterlassen, speziell das Techtelmechtel nimmt das Tempo phasenweise komplett heraus, aber auch die Vorbereitungen der dekadenten Wettgemeinde im Haus des Schnösels werden zu breit getreten.

Die Action ist zwar okay über die Laufzeit von rund 96 Minuten verteilt, doch besondere Schauwerte sind nicht auszumachen. Mal explodiert ein Heli am Rande, einmal überschlägt sich ein Wagen, doch spektakulär sieht hier nichts aus. Teilweise wirken einige Szenen eher so, als hätte man sie im Nachhinein ein wenig schneller ablaufen lassen, was auch den teils schwachen Sound erklärt.

Entsprechend hält sich die Spannung in Grenzen, zum Finale ist kaum eine dramaturgische Steigerung auszumachen und bei alledem treibt der Score nur in Teilen passabel an, wobei die Stimmung spätestens beim polnischen Rap komplett hinüber ist.
Das ist Action fernab von Dynamik und Rasanz und nur wer von schicken Kurven auf zumeist nassem Asphalt nicht genug bekommen kann, könnte einen vorsichtigen Blick riskieren.
Knapp
4 von 10

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