Viele haben seinerzeit Roland Emmerichs „Independence Day“ gesehen und die starken Effekte bewundert, doch kaum jemand würde auf die Idee kommen, so ein Werk nachmachen zu wollen. Der Australier Michael Miller schon und gesehen hat er auch „Starship Troopers“. Und „Full Metal Jacket“…
Vor sieben Monaten begannen Aliens ihre Invasion und bislang ist der Menschheit noch kein Mittel zum entscheidenden Gegenschlag in den Sinn gekommen. Also melden sich John, Tracey und weitere Rekruten, um sich als Marines dem Feind entgegenzustellen…
Was für ein tollkühnes Unterfangen, wenn man kein vernünftiges Budget zur Verfügung und eigentlich auch keine Ahnung hat, wie eine Geschichte einigermaßen unterhaltsam gestaltet werden könnte. Die Figuren sind austauschbar, die dazugehörigen Mimen durch die Bank talentfrei und auch die Synchro zählt zu den grottigen. Und anstatt eine Handlung mit ein wenig Action anzureichern, wird im stetigen Wechsel zu den jeweiligen Vorgeschichten gesprungen, damit erst gar kein vernünftiger Erzählfluss entsteht.
Immerhin gibt es für eingefleischte Trash-Fans eine Menge zu entdecken, wobei die großen Raumschiffe gar nicht mal so übel gestaltet sind. Die Drohnen, die sich in insektenartige Angreifer verwandeln können, sind ebenfalls okay in Szene gesetzt, doch deutlich sichtbarer Greenscreen bei einer stinknormalen Autofahrt ist echt derbe. Oder die androidenartigen Erscheinungen, die nach Videospiel aus den späten Achtzigern aussehen. Ebenso wie die angeblich stets wechselnden Schauplätze: Eben noch in Afrika, nun in Taiwan, kurz darauf in Australien, doch die Sets sehen größtenteils gleich aus. Natürlich tragen die Damen fett Eye-Liner während des Einsatzes und technisch hochwertige Scan-Stäbe entpuppen sich als Solarleuchten für den Garten, die man für 1,50 Euro im Baumarkt erhält.
Auch sonst ist handwerklich nicht viel Ansprechendes dabei. Bei Temposzenen wackelt die Kamera gerne, bei einer Abhandlung am Strand findet ein willkürlicher Einsatz von Blaufiltern statt, gegen Ende entdeckt Miller Zeitlupe und probiert diese für einige Momente aus und bei alledem dudelt der Score möglichst unbetont im Hintergrund und untermalt nur selten die Dramaturgie, - sofern man von einer solchen überhaupt sprechen kann.
Das ist alles sehr nah am Amateurniveau, welches folgerichtig null Spannung aufkommen lässt. Aber auch der Unterhaltungswert auf Trash-Basis ist nicht allzu hoch, obgleich die wenige Action voller physikalischer Fehler steckt. Zu viele Dialoge ohne jegliches Augenzwinkern lassen erst gar keine Schmunzelstimmung aufkommen und trotz einiger plump eingestreuter Referenzen mangelt es hüben wie drüben an Abwechslung.
Tatsächlich lässt sich der Bodensatz von SyFy und Asylum noch unterbieten…
Knapp
3 von 10