Review

All-Inclusive im Trash-Resort


„Leak“ aka „Mystics In Bali“ genießt unter Freunden der „spaßigen Kackfilme“ Goldstatus. Ein exotischer Kultknaller der bizarrsten und witzig-miesesten Sorte. Schlecht at its best! Wir folgen einer Amerikanerin, die sich in Indonesien auf die Spuren der dort starken und ansässigen dunklen Magie begibt, da sie plant ein Buch darüber zu schreiben. Doch als sie sich in die „Lehre“ bei einer wirklich dauernd hysterisch, lauthals, verrückt lachenden Voodoo-Hexe begibt, fliegt schon bald ihr besessener Kopf samt Wirbelsäule und Innereien in Richtung ungeborener Babies um diese aus dem Mutterleib zu saugen... Jap. Das ist keine Übertreibung, kein Witz, kein Hype oder Ähnliches. Das ist Wahnsinn. Purer, durchgeknallter, indonesischer Wahnsinn, der jetzt auch schon fast 40 (!) Jahre auf dem Buckel hat... Man meint es nicht! Sowas „Ausserhalbes“ könnte auch aus der Zukunft kommen! 

Auch wenn ich den anderen berühmt-berüchtigten Trashknaller des Regisseurs („Lady Terminator“) noch ein gutes Stück amüsanter finde, wird auch „Mystics In Bali“ seinem Ruf unter Fans des schlechten Geschmacks locker gerecht. Da muss man oft nicht nur den Hut ziehen, sondern gleich den ganzen Kopf samt Schlabbereien. Da gehen einem die Augen über und Muskelkater im Zwerchfell ist keine Seltenheit. Erst recht mit der pornösen englischen Synchro. Ich habe übrigens auch „leider“ nur diese englische, internationale und an Handlungsszenen eine satte halbe Stunde (!) gekürzte Version geschaut - schade, aber vielleicht war diese ja auch etwas straffer und zügiger, wer weiß. Auf meine Kosten kam ich mit genügend Bier jedenfalls dennoch. Die Dialoge sind strunzdämlich, die Darsteller unfassbar unbegabt, die Effekte irgendwie sehenswert trotz ihrer absoluten Schlechtigkeit. Einfach ein surreales Mambo Jumbo, bei dem Ohren und Knie anfangen zu schlackern. Und zwar nicht aus Furcht... „Mystics In Bali“ ist ein Kuriosum, das irgendwie mittlerweile fast zeitlos wirkt und das jeder mit Trashneigung zumindest einmal in seinem Leben gesehen haben sollte. Kopf, Sinn, Verstand und Geschmack sollte man allerdings in eine Truhe sperren und im Meer versenken. Hier herrschen Chaos und Wahnsinn, „WTF?!“ und „Holy Hell!“, softe Küsse und katastrophale Tattoos, zu enge Hosen und dümmliche Blicke, plötzlich Schnitte und tanzende Schweine, Laserhände und meterlange Schlangenzungen. Da weiß man, was man hat. Nur nicht mehr, wo einem der Kopf steht. Oder dieser so rumfliegt. 

Fazit: neben „Lady Terminator“ wohl zweifellos DER Trash-Meilenstein des indonesischen Kinos. Des wundervollen Weltkinos könnte man sagen. Schwachmatismus trifft Leidenschaft, Luftfeuchtigkeit trifft Raserei. Glaubt man nicht, selbst wenn man es sieht... 

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