Mystics in Bali (1981)
Mystics in Bali oder wie im Originaltitel Leák ist ein Fantasy Horror mit einer ordentlichen Portion Trash und tatsächlich echter balinesischen Folklore und Mythologie.
Regie führte H. Tjut Djalil der mit Mystics in Bali zum zweiten mal auf dem Regiestuhl Platz nahm. Sonst lassen sich noch Titel wie Satan's Bed (1986) oder Dangerous Seductress (1992) in seiner Filmografie finden, die ähnlich trashig und durchgedreht daherkommen. Die Idee und Vorlage stammt aus dem indonesischen Roman "Leák Ngakak" von Putra Mada.
Die Story: Cathy (Ilona Agathe Bastian) ist eine amerikanische Sachbuchautorin, die für ihren Verlag ein neues Buch über Voodoo-Rituale und schwarze Magie schreiben will. So fliegt sie nach Bali zu ihrem Freund Mahendra (Yos Santo) und lernt nach kurzer Zeit über ihn eine Meisterin der Königin der Leák kennen (Sofia W.D.). Es dauerte nicht lange und die Meisterin des Leyak-Kultes willigte ein, Cathy in die Schwarzen Künste einzuweihen. Die Meisterin spielte aber ein falsches Spiel und handelte eigennützig, sodass sie Cathy als Penanggalan missbrauchte. Das Böse bedeutet eine Gefahr für Ungeborene, und so muß mit Hilfe von Mahendra und seinem weißmagischen Onkel versucht werden, den Bann zu beenden, was keine leichte Aufgabe ist ...
Dass dieser Film eine Kultperle des indonesischen Horrorfilms ist, kann ich absolut nachvollziehen. Der Wahnsinn, erst recht, wenn man die ganzen Hintergründe kennt.
Fährt man nach Bali, dann vermutlich, um in idyllischen tropischen Wäldern auf authentische Weise und im Einklang mit der Natur im Yoga unterrichtet zu werden. Nur die wenigsten werden auf die Idee kommen, einen Kurs in schwarze Magie zu suchen oder gar Kenntnis darüber haben, was die balinesischen Mythologien so zu bieten haben. Und so muß es vermutlich auch der jungen deutschen Ilona Agathe Bastian, die als Touristin Bali besuchte und mit Schauspielerei zuvor absolut nichts zu tun hatte, ergangen sein, als Sie einfach mal so angeboten bekommen hat die Hauptrolle in "Mystics in Bali" zu übernehmen.
Für uns Europäer ist die Story der absolute Trash und aus der reinsten Fantasie entstanden. Doch für die asiatischen Kulturen und besonders der indonesischen gehört sie fest zum Volksglauben und ist so nah an der Realität wie unsere morgendliche Tasse Kaffee. Ja, das ist tatsächlich so!
Ein Leák ist in Indonesien ein Körper, der Eigenschaften eines Dämons, einer Hexe und eines Geistes besitzt. Dieser ist folglich ein Shapeshifter, da er sich oft auch in ein Schwein oder eine Schlange verwandelt. Er hat sehr lange Finger und eine sehr lange Saug und Greifzunge mit der er Nahrung aus den Gräbern verstorbener aufnimmt. Ein Leák ist allerdings immer vorher schwarzmagisch geschult worden. Er lebt in Höhlen im tropischen Dschungel und ist meistens Nachts aktiv. Sie können auch sogenannte Penanggalane hervorbringen. Das sind fliegende Menschenköpfe, an denen noch die Orange und ein Stück der Wirbelsäule hängt. Sie haben spitze Vampirzähne und ebenfalls lange Zungen, um das Blut von Neugeborenen aufzusaugen. Viele Indonesier wollen diese fliegenden Menschenköpfe schon gesehen haben. Mal beschrieb man sie mit Flügel statt Ohren und mal ohne Flügel. In Thailand, Kambodscha und Laos sind sie als "Krasue" bekannt. - Interessant ist aber auch, dass selbst in den USA in New York am Sacandaga Lake ebenfalls die Thematik durch die einstigen Ureinwohner und die Wyandotreligion bekannt ist. Die hinduistischen Einheimischen jedenfalls waren, wie wir es interpretieren würden, ziemlich abergläubisch, sodass nicht Vorort direkt gedreht werden durfte.
Mystics in Bali ist ohne Zweifel ein interessanter Film, der jedes Trashherz höherschlagen läßt. Allein die Effekte, die Sounds, die exotische Atmosphäre und all das Aufgesetzte, was übertriebener nicht sein kann, macht den Film einfach unterhaltsam. Allerdings braucht man bei dem gackernden Hexenwesen echt starke Nerven. Gore / Splatter gibt es nicht wirklich zu sehen und der Horrorcharme geht mehr in die Ekelrichtung, wo es auch mal matschig werden kann.
Fazit: Mystics in Bali ist ein total durchgeknallter und bekloppter Film, der im Bereich des B-Movie Trash Films einfach Spaß macht. Über technische Fehler in der Umsetzung sollte man lieber nicht nachdenken. Bewertung: 6,5 / 10 Punkte.