Staffel 1
Querschläger der Sonderklasse
„Wayne“ ist auf YouTube (Premium) zu sehen und dort (zusammen mit „Cobra Kai“) sicher das Beste, auf das man stoßen kann. Das Ganze (entworfen von den „Deadpool“-Machern!) wirkt wie eine Mischung aus Roadtrip, Coming-of-Age und brutaler Comicverfilmung, aus „The End of the Fu**ing World“, einem „Bonnie & Clyde“-Update und „Kick-Ass“. Wir folgen dem titelgebenden jungen Mann, der zusammen mit seiner ersten großen Liebe quer durch die Staaten fährt, um den coolen TransAm seines verstorben Vaters zurück zu holen. Und dabei sind ihnen die zurückgebliebene Familie seiner Freundin, der Schuldirektor und ein bizarres Copduo auf den Versen...
Warum über „Wayne“ nicht mehr geredet wurde, erschließt sich mir kein bisschen. Das Ding ist nicht weniger als die rockigste und roughste neue Serie des Jahres, ein voller Erfolg für den Streaminggiganten und jeden Hype wert. Also tut euch den Gefallen und guckt die zehn Folgen noch vor Jahresende und glänzt auf eurer Bestenliste für Serien mit dem coolsten Geheimtipp, den man nennen kann. Was es mir besonders an „Wayne“ angetan hat? —>
+ absurdes Tempo von Beginn an. Vor allem die erste Hälfte der Staffel ist atemlos gut und eigentlich perfekt
+ das Gefühl, die Teenage Angst, die leisen Töne kommen nicht zu kurz
+ ein wundervolles, schrulliges Pärchen im Mittelpunkt
+ weirde, unterhaltsame Nebenfiguren
+ ein brachialer Soundtrack
+ tolle, unverbrauchte und mutige Jungdarsteller (u.a. bekannt aus „Sing Street“)
+ erfreulich brutal und blutig
+ mit etlichen WTF?!-Momenten (Blutspende? Nase?? Babykatzen???)
+ geile Karre!
+ hochwertiger Look
+ nicer, flotter Schnitt
+ cool, street, lässig, geil - ohne gewollt oder aufgesetzt zu wirken
+ starkes, rotziges, keine F*ck gebendes Drehbuch
+ Wayne ist ein ganz besonderer Charakter, vielleicht irgendwann Kult
+ raue Eastcoast-, Punk- und Redneck-Vibes
+ witzige „Waffen“
+ tragische Themen wummern immer mit im Hintergrund
+ erfrischend offbeat und verdreht
+ dunkelster Humor
+ irgendwie das Gefühl eines Indiehits, videospiellike, anarchistisch
+ voller Spaß und adrenalintreibend
+ fühlt sich neu und kaum gesehen an
+ irgendwie sogar zeitlos
+ John Wick meets John Hughes
+ unberechenbar und spontan und überraschend (selbst wenn die zweite Staffelhälfte minimal abfällt)
+ Ende verspricht mehr - und darauf freut man sich richtig!
+ die Serie muss unbedingt ein neues Zuhause finden!!! Wenn nicht, ist das eine der größten Schanden des Seriencanceln nach einer Staffel seit... „Firefly“?!
Fazit: die beste (neue) Serie des Jahres. Die keiner kennt. Erst recht in Deutschland. „Wayne“ ist rebellisch, höllisch unterhaltsam und beseelt mit einer unverkennbaren Art, die einfach rockt. Absolut groß. Das geht nicht besser, da gibt’s nichts zu meckern. Einfach gucken, wegblasen lassen, überzeugt sein. Ein YT-Juwel. Holy Moly. Waynes World. Meine Hand dafür ist im Feuer! (9/10)