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Geschichten aus der Mottenkiste...diesmal: Amoklauf der Riesenspitzmäuse!

Es geht doch nichts über billige Filme von vorgestern, die inzwischen jedem öffentlich zugänglich sind, da gönnt man sich zwischen all dem teuer produzierten Hollywoodzeug gerne mal einen alten Monsterheuler von anno dunnemals.
1959 war es, da ging die Monsterwelle inzwischen in den Kniekehlen, als nach Spinnen, Ameisen und Heuschrecken jetzt auch die kleinen netten Nager in den Feldzug gegen die Menschheit geschickt wurden.
"The Killer Shrews" heißt dieser kostengünstig gefertigten Matineeheuler, den in Deutschland vermutlich nur 10 Leute gesehen haben, der sich aber im Rahmen seiner Möglichkeiten durchaus sehen lassen kann.

Ort der Handlung: irgendeine Insel irgendwo, wo in einem hastig zusammengebastelten Labor Dr.Craigie gegen die drohende Überbevölkerung kämpfen will und statt aufs Babyproduzieren zu verzichten, lieber den allgemeinen Nahrungsbedarf der Menschheit drosseln will. Das studiert man am besten an possierlichen Nagern, die täglich das Dreifache ihres Körpergewichts an Nahrung brauchen - bis natürlich eine Testreihe schief ging und das genaue Gegenteil eintrat: die Viecher wurden riesenhaft und nahmen ihren Appetit mit.

Neben dem Dottore und seiner hübschen Tochter umkreisen sie sie nun folgend auch noch den zweiten Wissenschaftler, den versoffenen Verlobten und den zu Beginn einschippernden Skipper samt farbigen Schiffskollegen, der natürlich als Erstes versnackt wird. Doch ein Sturm kommt, die Wände sind nicht von besten Eltern und alsbald haben wir einen hübschen Belagerungszustand.

Abgenudelt hat das alles Ken Curtis, den wir alle noch als knautschigen Festus Haggen aus "Rauchende Colts" kennen, hier mimt er aber unkenntlich den Süffelbruder, verantwortlich für die Flucht der ganzen Testreihe dank Delirium.
Natürlich, das Budget war nicht hoch, die Kulissen sehen so billig aus, wie sie brüchig sein sollen und das Wissenschaftsmaterial paßt auf einen Campingtisch, aber immerhin haben wir eine gut sortierte Bar.
Tatsächlich gehts dann aber eher um Spannung, denn den ausgiebiger Aufklärerei (das füllt die Hälfte der knapp 69 Minuten), spielen die Feldnager Cowboy und Indianer und sitzen dabei am längeren Hebel - so schnell kannibalisieren die Viecher nun auch wieder nicht.

Ergo kommt Qualität hier maximal über die Atmo, die recht ordentlich ist, die Darstellerleistungen sind es nicht, ganz besonders schlecht Ingrid Goude, die ihre Sätze wirklich kurz vor dem Entschlafen aufsagt. Auch Dr.Craigie stolpert in der Originalfassung lustigerweise immer über einen russischen Akzent, was irgendwie nicht erklärt wird.
Das geht aber spätestens unter, wenn die Viecher endlich den Kamerafokus entern - denn dann wirds lustig.
Während man mit erträglich Langzahnpuppen in der Nahaufnahme was reißen wollten (horribel!!!), sinds in der Totalen schlecht kostümierte Hunde mit Gummischwanz, die durch die Anlage huschen, aber das quietschende Fletschgekecker der Viecher ist wirklich so enervierend, daß es jedem Achtjährigen noch heute die Schuhe ausziehen sollte. Gut, daß die Bildqualität so schlecht ist, sonst hätte ich mich eventuell totgelacht.

Aber alles in allem habe ich schon gruseligere Trashfilme gesehen, hier bemüht man sich um durchgehende Spannung und Druck und das funktioniert sogar meistens, wenn man von den Kulissen, Darstellerleistungen und Tricks absieht. Und so ganz an den Haaren herbeigezogen ist die Basis der Story diesmal auch nicht, insofern kann man sich Schlimmeres im Netz reinziehen. (4/10)

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