Review

Spannen gen Zukunft


Der Studentenfilm von keinem Geringeren als John Carpenter handelt von einem gelangweilten IT-Guy, der nachts verkleidet als Superheld durch seinen Campus huscht und durch die meist offenen Fenster seine Kommilitonen bei lustigen, komischen, perversen Spielchen beobachtet. Doch bei einer besonders attraktiven jungen Frau hätte er besser nicht durch das Fenster gespannt…

Das beschränkte Campussetting, die damals wohl etwas kinky anmutende Heldenmaske, die allgemeine Neugier bei Menschen in das Privatleben oder gar das Schlafzimmer zu gucken, ein genauso plötzliches wie schockierendes und gnadenloses Ende. All das passt in „Captain Voyeur“ definitiv erstaunlich gut. Ob man schon allzu viele carpentereske Merkmale darin erkennen will, sei jedem selbst überlassen. Doch für einen Studentenkurzfilm ohne Geld und Mittel war das ohne Frage bereits damals vielversprechend. Nicht ganz rund oder mit Mehrwert - aber ein feiner Einblick in die Beginne einer Legende. Carpenter zeigt hier sogar erstaunlich gut seine humoristische Seite unterschwellig. Mit ein paar mehr Ideen, mehr Dollar und etwa einem schön-typischen Score hätte ich mir im weiteren Verlauf seiner Karriere vielleicht sogar ein längeres Remake vorstellen können.

Fazit: John Carpenters erster Schritt Richtung Regielegende. Sein studentischer Kurzfilm „Captain Voyeur“ ist schon schön stylisch, clever und experimentell. Für seine Verhältnisse. Jedoch natürlich noch beschränkt und minderbemittelt. Ein interessanter Beginn dennoch. 

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