Review

Heureka(dult)!


„Yes, God, Yes“ ist eine das Leben und die Sexualität feiernde Teenagerdramödie mit Understatement, Anspruch und klarer Linie. Die Kirche (oder gar sektenartige, noch strengere und scheinheiligere Auswüchse) bekommen ihr Fett weg, ein junges Mädchen lernt in einem abwegigen Christencamp voller falscher Moralapostel ihre Freiheit, ihren Charakter und ihre Klitoris kennen. Irgendwo zwischen „Eight Grade“ und „Mädchen, Mädchen“. Tut gut! 

Manchmal merkt man zwar, dass als Grundlage nur ein Kurzfilm (ebenfalls mit der tollen Natalia Dyer) herhält, doch eine solch knackige und kondensierte Laufzeit ohne Umwege hat in der heutigen, oft etwas aufgebläht wirkenden Zeit ja auch eine Menge für sich. Das End-90er-Flair wird grandios getroffen (ich sage nur Christina Aguilera und Snake!), Frau Dyer spielt ihren Part bravurös, es ist die richtige und sehr sympathische Mischung aus Teenieklamotte und Arthousevibes. Erfrischend und ermutigend. Ohne den Zeigefinger je zu mahnend oder fies in die eine oder andere Richtung zu heben. Obwohl eine solche engstirnige und krankmachende Glaubensauslegung natürlich jede Klatsche und Bloßstellung verdient hat. Dennoch bleibt „Yes, God, Yes“ erstaunlich menschlich, fair und auf dem Boden. In allen Belangen. Und das fühlt sich richtig an. 

Fazit: sympathische und knackige Coming-of-Age-Variante zwischen Glauben und Geilheit. Natalia Dyer ist und bleibt fabelhaft! 

Details
Ähnliche Filme