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Ein Mann wird enthauptet aufgefunden und ein Inspektor findet heraus, dass es sich bei dem Toten um einen Detektiv handelt, der in einem zurückliegenden Fall rund um Kindesentführung und Mord ermittelte. Der Inspektor wickelt den alten Fall wieder auf und begibt sich mit Hilfe von Spuren, Ermittlungen und Kombinationen auf Tätersuche.

Und diese Tätersuche ist meiner Meinung nach sehr gelungen aufgebaut. Der Mord in der Gegenwart führt zu einem Doppelmord in der Vergangenheit und mittels einer Kinderzeichnung und einem bis kurz vor Ende verschwundenen wichtigen Beweis werden diese beiden Fälle gelüftet. Die Spurensuche des Inspektors ist spannend und erfordert Aufmerksamkeit beim Zuschauer, der sich natürlich selbst so seine Gedanken über Täter und Motiv macht und das Ganze gipfelt in einer genialen Auflösungsszene, in der die Spannungsschraube nochmal kräftig angezogen wird und für mich in einer Überraschung endete, da ich mit meiner Vermutung daneben lag. Toll hierbei ist auch, dass der entscheidende überführende Beweis erst in der allerletzen Einstellung für den Zuschauer sichtbar wird. Ich kann mich nur wiederholen: Spannung pur!

Wichtig für einen Giallo sind Verdächtige und die gibt es hier zur Genüge, denn merkwürdig verhalten tun sich einige und an der Umsetzung durch die Darsteller gibt es von meiner Seite nichts auszusetzen.
Und wer zuviel weiß, beißt natürlich auch hier schnell ins Gras, wobei die Morde solide umgesetzt wurden. Gleich zu Beginn gibt es einen einfallsreichen Tod durch den Einsatz eines Kranbaggers, der einen Mann am Hals packt, in die Höhe hebt und den Kopf abtrennt. Schade, dass es hierzu kein Making Of gibt, denn mich würde mal interessieren, wie das gemacht wurde. Auch in Erinnerung bleibt der Einsatz des Bohrers mit Kreissägenaufsatz, der bei mir ein ungutes Gefühl hervorgerufen hat.
Die Kameraführung beim Auftritt des Killers (gerne auch mal aus der Sicht des Übeltäters) überzeugt ebenso, auch wenn man natürlich nicht die Perfektion eines Dario Argento erreicht.
Auf der positiven Seite kann der Film außerdem die hervorragende Musik von Ennio Morricone verbuchen, die abwechslungsreich ist und das Gesehene stets passend unterstützt.

Mich hat dieses Werk positiv überrascht und ich bin entzückt, dass dank Labels wie Ex-X-Rated und (jetzt auch Ex-)X-NK (und hoffentlich bald durch das Nachfolgelabel) des Öfteren solche mir bisher völlig unbekannten Gialloperlen aufgetischt werden.

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