Review

MY DEAR KILLER wird in den meisten Reviews des WWW zwischen ok bis gut eingeschätzt - ich dagegen halte ihn für einen der besten 5 Gialli, die jemals gedreht wurden (und ja, ich habe schon mehr als 5 gesehen - hihi). Warum ich das finde? Na, weil in MY DEAR KILLER wirkliches alles von A bis Z stimmt, so einfach ist das!


Das beginnt bei der imposanten Breitwand-Ästhetik (natürlich 2,35:1) und der hervorragenden Farbfotografie des Streifens in Eastmancolor bis hin zu den tollen Darstellerleistungen (das gilt vor allem für den äusserst sympathischen und irre gutaussehenden George Hilton - trotz seines Pornobalkens) und dem ergreifend schönen Score von Ennio Morricone, der einen Italofreak wie mich in die Knie sinken lässt (der scheinbare Kindsgesang im Titelthema kommt jedoch von der erwachsenden Edda Dell'Orso!) - gibts übrigens als toll aufbereitete CD.

Zur Story: naja, die ist komplex (kann man trotzdem am Ende des Films gut nachvollziehen, wenn man die Auflösung erstmal kennt - erstaunlich ist, das man den Film immer wieder sehen kann, ohne das er gross an Spannung verliert) und ziemlich brisant, geht es doch um die Entführung und Ermordung eines Kindes. Der Fall liegt im Film zwar einige Zeit zurück, aber ALLES hat seinen bösen Ursprung immer auch in der Vergangenheit (gerade in Krimis/Gialli). 
Zu Beginn des Films sehen wir einen grausigen Mord, bei dem einem Mann mit einer Baggerschaufel (!!!) die Rübe abmontiert wird. Kurze Zeit danach wird ganz in der Nähe des ersten Mordes eine erhängte Leiche entdeckt, und schon sehen wir George Hilton als Kommissar die Untersuchungen leiten (im Gegensatz zu vielen, vielen anderen Gialli steht der ermittelnde Kommissar im Zentrum des Geschehens - und eben kein Amateur-Schnüffler wie zum Beispiel in Dario Argentos oder Luciano Ercolis Gialli). Deshalb kann man MY DEAR KILLER auch ganz gut mit THE BLACK BELLY OF THE TARANTULA  (DER SCHWARZE LEIB DER TARANTEL) (ebenfalls ein Spitzengiallo!)  vergleichen, obwohl die Motive der jeweiligen Killer natürlich völlig unterschiedlich sind.
Jedenfalls geschehen dann weitere visuell beeindruckend gefilmte Morde (unter anderem ein extrem blutiger Mord mit einer elektrischen Säge), während George Hilton als Kommissar langsam verzweifelt - kann er die bösen Taten schlussendlich aufklären???

Ja, in diesem Streifen ist eine Menge Zündstoff - vom Kindsmord bis zum fiesen Pädophilen über blutige Morde und heissen Titten reicht die knallbunte und sehr spannend inszenierte Palette. Das ist mit Sicherheit Tonino Valeriis mit grossem Abstand bester Film (ich kenne sonst ausschliesslich nur Durchschnittskost von ihm) - warum ein einziges Mal wirklich alles in einem seiner Filme gestimmt hat, weiss ich natürlich auch nicht, in MY DEAR KILLER ist es jedenfalls so!

Der Zuschauer bekommt ausgiebig Gelegenheit zum Miträtseln, und die Auflösung erinnert an die besten Romane von Agatha Christie, weil George Hilton am Schluss alle roten Heringe antanzen lässt um ihnen den Mörder zu präsentieren. 

Ein fantastischer Rätsel-Giallo im allerbesten Sinne! 10 von 10 Punkten (MY DEAR KILLER kann selbst mit Meisterwerken wie THE BIRD WITH THE CRYSTAL PLUMAGE von Argento oder Luciano Ercolis 3 Spitzengiallos mithalten)...

Echten Freaks sei die französische DVD mit dem klangvollen Titel FOLIE MEURTRIERE empfohlen - top Bildqualität, gelbes, edles Digipak, englische UT...




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