Frauen und ihre Freundschaften, da liegen Liebe und Hass manchmal nah beisammen,
im einen Moment knutscht man, im nächsten möchte man sich lieber ein Messer ins Auge rammen.
„Braid“ erzählt als psychologisch-trippiger Horrorfilm von solch einem blutigen Dreieck,
an diesem biestigen Arthouse-Wahn ist eher Schönheit als überflüssiger Speck.
Drei Grazien, unberechenbar und verrückt, nichts ist wie es scheint,
immer gibt’s noch eine Ecke, wenn man die Lösungen gerade gefunden meint.
„Braid“ der hübschen und talentierten Frau Peirone aus dem schönen Italien,
serviert sie hier dem Mainstream-Gucker für seinen Geschmack wohl deutlich zu wenig übliche Horror-Cerealien.
Doch wer sich gerne mal von Farben, Formen, Operetten und Finten lässt verführen,
den könnte diese bitterböse Menage-a-Trois mit Sicherheit (unsittlich?) berühren.
Und sei es nur unterbewusst und auf audiovisuellem Niveau,
wirkt dieser vielschichtige Alptraum manchmal wie ein goldener Klo.
Man muss nicht haben Brüste, man muss nicht checken jedes Detail,
dennoch kann einen diese Mischung aus „Assassination Nation“ und „Thoroughbreds“ geistig etwas schlagen zu Brei.
„Braid“ ist absolut nicht einfach, normal, nicht jedermanns Sache,
kann sich durchaus entpuppen als grandios gezuckerter Drache.
Doch das aufgeschlossene Genrepublikum, das gerne wird gefordert,
definitiv hat schon leerere und hohlere Ware geordert.
Fazit: wilde Collage aus Wahnsinn, Leere und Drogen, aus Tod und Leben, aus Himmel und Hölle, aus Philosophie und Freundschaft, aus Frauen und Fallen. Stylisch, interessant, talentiert - aber insgesamt vielleicht nicht ganz so clever, ausgereift oder geil, wie der Film sich selbst findet. Da bringt es auch nichts, wenn die Regisseurin ihr Werk selbst mit 10/10 bewertet ;). Dennoch: kreativer, bunter und eigener, viel lobenswerter als 95% aller Mainstream-Horror-Schnellschüsse.